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Stau: Warum Basel besser ist als Zürich

In der Stadt am Rheinknie stecken Autofahrer deutlich weniger oft fest als anderswo. Die Gründe.

In Zürich ist der Stau am schlimmsten: Stockender Verkehr vor dem Bucheggplatz.
In Zürich ist der Stau am schlimmsten: Stockender Verkehr vor dem Bucheggplatz.
Steffen Schmidt, Keystone
Nadelöhr in der Limmatstadt: Auch auf der Hardbrücke staut sich der Verkehr überdurchschnittlich oft.
Nadelöhr in der Limmatstadt: Auch auf der Hardbrücke staut sich der Verkehr überdurchschnittlich oft.
Keystone
Als drittgrösste Schweizer Stadt schneidet Basel erstaunlich gut ab. Die Region steht erst an zehnter Stelle auf dem Pendlerstau-Index: Ein Mann überquert die Strasse vor dem Hauptsitz der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ).
Als drittgrösste Schweizer Stadt schneidet Basel erstaunlich gut ab. Die Region steht erst an zehnter Stelle auf dem Pendlerstau-Index: Ein Mann überquert die Strasse vor dem Hauptsitz der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ).
Keystone
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Erstmals erstellten Ökonomen der Credit Suisse einen Pendlerstau-Index, der anzeigt, wo Auto- und Töfffahrer zu Hauptverkehrszeiten am meisten Zeit im Stau verbringen. Überraschend ist insbesondere das Resultat für die Region Basel. Obwohl es sich um den drittgrössten Metropolitanraum der Schweiz handelt, erscheint Basel erst an zehnter Stelle auf dem CS-Index.

Gemäss den Daten des Bundesamtes für Statistik und Navtec, auf die sich die Studienautoren stützen, gibt es im Dreiländereck 40 Prozent weniger Stau als in Zürich, das zuoberst auf dem Index steht.

Drei Gründe

Andrea Schnell von der CS sieht dafür drei Gründe: «Erstens arbeiten viele Menschen in Basel, die auch in der Stadt wohnen.» Zweitens ist die Quote für die Benutzung des öffentlichen Verkehrs sehr hoch – fast 60 Prozent der Pendler benutzen den ÖV. Und drittens: «Die Basler besitzen weniger Autos als andere Schweizer.» Auf 1000 Einwohner kamen 2013 im Stadtkanton nur 356 Personenwagen. Für den Kanton Zürich weist die Statistik des Bundes 498 Autos aus, für Genf 473, im gesamtschweizerischen Durchschnitt waren es 537.

Ob Basel auch eine bessere Verkehrspolitik betreibt als die Stau-Spitzenreiter Zürich, Genf und Lausanne, dazu will die CS keine Aussage machen, da dies von weiteren Faktoren abhängig ist als nur dem Stau. Der Stauindex der CS basiert auf der tatsächlichen Geschwindigkeit auf den Strassen während der Stosszeit am Morgen im Vergleich zur staufreien Nacht. Damit fliesst auch die Strassenbelastung durch Grenzgänger voll in die Berechnung ein.

Basel «ein bisschen stolz»

Beim Kanton Basel-Stadt zeigt man sich erfreut über das gute Abschneiden in der Studie. «Wir sind auch ein bisschen stolz», sagt Jasmin Fürstenberger vom Bau- und Verkehrsdepartement. Sie erklärt den geringen Stau mit dem «guten öffentlichen Verkehr» und mit dem ebenfalls gut ausgebauten Velonetz. Basel habe unter den grösseren Deutschschweizer Städten den tiefsten Anteil an motorisiertem Individualverkehr.

Für die Pendler aus Frankreich und Deutschland gibt es bereits grenzüberschreitende Angebote im öffentlichen Verkehr und diese werden weiter ausgebaut. Ende Jahr soll die Verlängerung einer Tramlinie nach Deutschland in Betrieb gehen. Die Verbindungen nach Frankreich sind nicht ganz so gut, der Bau einer Tramlinie nach St. Louis kann aber voraussichtlich schon bald in Angriff genommen werden. Auch das Netz der Velorouten ist grenzübergreifend.

Road Pricing kein Thema

Was macht Basel besser als Zürich oder Genf? Die Sprecherin des Verkehrsdepartements bleibt diplomatisch. «Verkehr ist ein sehr wichtiges Thema in Basel», sagt Fürstenberger lediglich. Sie verweist auf den gesetzlichen Auftrag: Mit der Annahme des Gegenvorschlags zur Städteinitiative 2010 ist die Basler-Regierung gehalten, den motorisierten Individualverkehr bis 2020 um 10 Prozent zu senken. Dazu wird der Kanton voraussichtlich Massnahmen ergreifen. Welche, ist noch nicht beschlossen – und Fürstenberger will keine Details verraten. Ein neues verkehrspolitisches Leitbild, das ein Massnahmenpaket beinhaltet, wird derzeit ausgearbeitet. «Es sollte demnächst an die Regierung gehen», sagt Fürstenberger.

Road Pricing ist für Basel aber zurzeit offenbar kein Thema. «Das ist kurzfristig nicht umsetzbar und macht nur grossräumig Sinn», sagt Fürstenberger. Für Basel würde das bedeuten, mit den Nachbarkantonen und auch den Grenzregionen im Ausland eine Lösung zu finden. Das wäre beim politisch umstrittenen Road Pricing wohl nur sehr schwer machbar.

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