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Steuern in Absurdistan

Tiefere Sondersätze und Steuerbefreiungen für einzelne Branchen haben ein unübersichtliches Chaos angerichtet. In der Gastronomie führen die unterschiedlichen Mehrwertsteuersätze zu absonderlichen Situationen.

Bitte aufräumen! Das gilt in der Gastronomie auch für die Steuersätze. Foto: Emer Gillespie (Plainpicture)
Bitte aufräumen! Das gilt in der Gastronomie auch für die Steuersätze. Foto: Emer Gillespie (Plainpicture)

Aus der Sicht der Eidgenössischen Steuerverwaltung gibt es mehr als eine Möglichkeit, einen Müesli-Riegel zu besteuern. Kauft beispielsweise ein Hotelgast den Riegel im hoteleigenen Kiosk, gilt der reduzierte Mehrwertsteuersatz für Leistungen des Grundbedarfs von 2,5 Prozent. Bezieht er den Riegel hingegen aus der Minibar in seinem Zimmer, muss der Hotelier den Normalsatz für alle übrigen steuerbaren Umsätze in der Höhe von 8 Prozent abrechnen. Wird die Süssware in Riegelform während des Frühstücks erworben, kommt der reduzierte Sondersatz für Beherbergungsleistungen von 3,6 Prozent zur Anwendung.Redaktion Tamedia hat die Gastrosuisse-Initiative, über die das Volk am 28. September abstimmen wird, zum Anlass genommen, etwas Licht in den Steuerdschungel zu bringen. Das Studium der Mehrwertsteuergesetzgebung und ihrer Praxisauslegung gleicht dabei einem Ausflug nach Absurdistan. Im Rahmen seiner Masterarbeit «Das Hotel- und Gastgewerbe im Recht der Mehrwertsteuer unter besonderer Berücksichtigung der Steuergerechtigkeit und der Wettbewerbsneutralität» hat Renato Kuonen 2007 zahlreiche, teils groteske Abgrenzungsprobleme zusammengetragen. Er tat dies für das Institut für Steuerrecht der Universität Bern.

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