«Stopp Werbung»-Kleber nützt oft wenig

Viele Verteiler ignorieren den Sticker gegen Reklame an Briefkästen. Illegal ist das nicht, wie eine konkrete Aktion zeigt.

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«Reden auch Sie mit» stand auf einem Werbeprospekt für die «Thurgauer Zeitung», den im Oktober zahlreiche Haushalte im Thurgau erhielten – unerwünscht erhielten.

Denn der Flyer landete auch in Briefkästen, die mit dem deutlichen «Stopp Werbung»-Kleber gekennzeichnet waren. Keine Seltenheit, wie SRF berichtet.

Gefährliche Laschenwerbung

Hinter der «Reden auch Sie mit»-Aktion stand die Marketing-Abteilung des «St. Galler Tagblatts». Den an vielen Briefkästen angebrachten «Stopp Werbung»-Kleber zu ignorieren, sei eine bewusste Entscheidung gewesen, gibt die stellvertretende Leiterin des «St. Galler Tagblatts», Christine Bolt, gegenüber SRF zu. Mit der einmaligen Aktion habe man möglichst viele Menschen erreichen wollen.

Weiteres Ärgernis: Bei dem konkreten Werbepapier handelte es sich zudem um sogenannte Laschenwerbung, die auch deswegen in der Kritik steht, weil sie potenziellen Einbrechern verraten kann, ob jemand zu Hause ist.

Christine Bolt vom «St. Galler Tagblatt» hat sich mittlerweile für die Aktion entschuldigt: «Dies würde ich so nicht mehr machen», sagte die stellvertretende Leiterin gegenüber Reportern des Verbrauchermagazins «Kassensturz».

Kein Gesetzesverstoss

Wenn ein Verteiler den «Stopp Werbung»-Kleber an einem Briefkasten ignoriert, macht er sich damit nicht strafbar. Konsumentenschützern ist das seit langem ein Dorn im Auge, bisher sind jedoch alle Versuche gescheitert, ein solches Verbot gesetzlich zu verankern.

Die meisten Verteiler kümmerten sich wenig um die explizite Bitte der unfreiwilligen Empfänger, keine Werbung zu erhalten. Herauszufinden, wer welche Werbung trotz Kleber eingeworfen hat, ist laut der Stiftung für Konsumentenschutz aber oft ein schwieriges Unterfangen.

Eine entsprechende Vereinbarung gebe es bisher nur mit der Post. Deren Verteiler respektierten den individuellen Wunsch, keine Werbung im Briefkasten vorzufinden. (jdr)

Erstellt: 28.11.2016, 09:50 Uhr

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