Das brutale Ende der «Milchkuh» dürfte Folgen haben

Den Preis für ihre Überheblichkeit könnten die Initianten in den kommenden Monaten zu bezahlen haben.

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Die Autoverbände haben sich gründlich verkalkuliert. Ihre Initiative für eine «faire Verkehrsfinanzierung» ist an der Urne regelrecht zermalmt worden – was die Initianten nicht hätte überraschen dürfen.

Auch mit einem sympathischen ­Maskottchen à la Milchkuh lassen sich die Blicke Millionen Stimmberechtigter nicht einfach so vom grundlegenden Konstruktionsfehler eines Anliegens ablenken: Die Initiative, die 1,5 Milliarden Franken in die Strassenkasse umverteilen wollte, hätte auf der einen Seite zahlreiche Verlierer, auf der anderen keinen klaren Gewinner produziert. Für den Strassenbau wäre viel mehr Geld da gewesen, als auszugeben möglich ist, bei Schulen, Universitäten, Bauern und Militär hätte dafür kräftig gespart werden müssen. Die Initianten schufen sich schlicht zu viele natürliche Feinde.

Die Initianten schufen sich zu viele natürliche Feinde.

Den Preis für ihre Überheblichkeit könnten sie in den kommenden Monaten zu entrichten haben. Mit dem neuen Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrsfonds (NAF), den das Parlament derzeit berät, hätte die Autolobby eigentlich einen tollen Deal für sich herausgeschlagen. Doch das brutale Ende der «Milchkuh» dürfte nun die Gegner eines üppig dotierten NAF bestärken. Denn was immer man aus dem Abstimmungsergebnis dieses Sonntags auch herauslesen mag: Als «autofreundlich» lässt es sich auch bei gewagtester Deutung nicht rubrizieren.

Erstellt: 05.06.2016, 15:12 Uhr

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