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Suu Kyi kommt ins Bundeshaus

Historischer Besuch: Die burmesische Friedensnobelpreisträgerin wird laut einem Bericht in Bern mit Bundesrat Burkhalter und den Ratspräsidenten zusammentreffen.

Demnächst in Bern: Aung San Suu Kyi, hier in der thailändischen Hauptstadt Bangkok. (31. Mai 2012)
Demnächst in Bern: Aung San Suu Kyi, hier in der thailändischen Hauptstadt Bangkok. (31. Mai 2012)
Reuters

Die burmesische Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi wird nach ihrer Rede bei der UNO-Arbeitsorganisation in Genf am 14. Juni auch einen Abstecher nach Bern machen. Das berichtet «NZZ online» unter Berufung auf «zuverlässige Informationen». Eine offizielle Bestätigung stand jedoch noch aus.

Für den 15. Juni seien Treffen mit Aussenminister Didier Burkhalter sowie den Präsidenten von National- und Ständerat vorgesehen. Über die Gesprächsthemen wurde nichts bekannt.

Bereits zuvor war bekannt geworden, dass Suu Kyi ihre erste grössere Auslandrede in Genf halten wird. Nach ihrem Aufenthalt in der Schweiz will die Hoffnungsträgerin der burmesische Oppostion nach Oslo reisen. Dort soll sie ihre Nobelpreisrede halten, 21 Jahre nachdem sie den Friedensnobelpreis erhalten hat.

Warnung vor «leichtsinnigem Optimismus»

Aung San Suu Kyi hat die internationale Gemeinschaft zu einer «gesunden Skepsis» gegenüber ihrem Heimatland aufgerufen. Burma sei noch immer in einer sehr frühen Phase des Demokratisierungsprozesses, sagte die Friedensnobelpreisträgerin heute auf dem regionalen Weltwirtschaftsforum für Ostasien in der thailändischen Hauptstadt Bangkok.

«In diesen Tagen stosse ich immer wieder auf etwas, das ich leichtsinnigen Optimismus nenne», sagte sie. Ihr Land müsse die Bildung verbessern und Arbeitsplätze schaffen. Die hohe Jugendarbeitslosigkeit nannte Suu Kyi eine «Zeitbombe». Zudem gebe es in Burma noch immer keine unabhängige Justiz und Rechtsstaatlichkeit.

«Wir brauchen grundlegende Bildung. Eine Ausbildung, die unsere Leute in die Lage versetzt, sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen», sagte Suu Kyi. Die langjährige Militärherrschaft und harte Sanktionen des Auslands haben die Wirtschaft in Burma weitgehend zum Erliegen gebracht. Millionen Menschen suchten ausserhalb des Landes eine Beschäftigung.

«Wir können aus den Fehlern der anderen lernen»

«Ich sage unseren Leuten: Es stimmt – wir liegen hinter allen zurück», sagte Suu Kyi im Gespräch mit dem Gründer des Weltwirtschaftsforums, dem deutschen Ökonomen Klaus Schwab. «Aber das bedeutet, wir können aus den Fehlern der anderen lernen.»

Suu Kyi stand 15 Jahre unter Hausarrest und hatte Burma 24 Jahre lang nicht verlassen aus Angst, die Militärjunta könnte sie nicht wieder einreisen lassen. Heute erheiterte sie das Publikum des Weltwirtschaftsforums mit einer Anekdote von ihrer Ankunft in Bangkok.

«Der Pilot war so nett, mich im Cockpit sitzen zu lassen», sagte Suu Kyi. Sie sei fasziniert von dem Lichtermeer der thailändischen Hauptstadt gewesen. In der burmesischen Metropole Rangun fällt hingegen immer wieder der Strom aus. «Da habe ich mir gedacht: Wir brauchen eine Energiepolitik», sagte Suu Kyi unter dem Gelächter des Publikums.

dapd/rbi

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