Zum Hauptinhalt springen

SVP setzt auf Online-TV

Mit Videobeiträgen auf dem Internet und guter Präsenz auf YouTube will die SVP «schnell und ungefiltert» informieren. Mit ihrem SVP-TV sind sie wieder mal die Ersten.

Mit Zottel hat die SVP das erste Parteimaskottchen, das über eine Online-Kamera verfolgt werden kann. Mit Telefonanrufen ab Band warb Ueli Maurer für Abstimmungen. Und Toni Brunner war der einzige Parteipräsident mit eigenem Radio.

Kaum ist Brunner als Chefredaktor seines «Buureradio» abgesprungen, ist die SVP im Internet bereits wieder mit einem TV-Gefäss präsent. Das SVP-TV erscheint seit einigen Tagen auf fast sämtlichen Homepages von kantonalen und lokalen SVP-Sektionen. Ein Klick, und man ist über den ausserordentlichen Parteitag zur Zukunft der Schule in Sursee oder über die Fraktionssitzung zur Armee informiert.

Filmclips direkt und ungefiltert

Andere Parteien verschicken langfädige Communiqués, die von den Medien zerpflückt, gekürzt, gewichtet und interpretiert werden. Die SVP moppelt jetzt doppelt. Neben ihren Communiqués lädt sie Filmclips auf ihre Homepage. «So können wir unsere Basis schnell, direkt und ungefiltert informieren, ohne dass die linkslastigen Medien unsere Informationen verfälschen», sagt SVP-Sprecher Alain Hauert. Die ersten drei Beiträge - je auf Deutsch und Französisch - gehören laut Hauert zur Testphase. Jedenfalls ist die SVP auf dem Videoportal Youtube bereits sehr präsent, und ihre Beiträge sind schön gebüschelt.

Die Qualität von SVP-TV ist zurzeit halbprofessionell. Als Produzent engagierte die SVP das U1 TV aus Schlieren, das schon die Albisgüetli-Tagung übertragen und am Freitag die Blocher-Pressekonferenz aufgezeichnet hat. Als Moderator und journalistischer Taktgeber fungierte der ehemalige Zürcher Parteisekretär Claudio Zanetti, dem Fernseherfahrung fehlt. Der Aufwand für die Clips ist bescheiden, wohl etwa vergleichbar mit einem Filmbeitrag eines kleinen Lokalfernsehens.

Grossauftritt an Rüstungsdebatte

Parteipräsident Toni Brunner schwebt eine deutliche Steigerung vor. «Wir wollen bei der traditionellen Werbung tendenziell zurückstecken und dafür bei den neuen Medien die Nase vorne haben.» Zahlen nennt er keine, sagt aber: «Das SVP-TV wird professionalisiert, wir werden bald ein eigenes Fernsehteam haben, damit wir fast täglich informieren können.» Der nächste Grossauftritt habe das SVP-TV bei der Rüstungsdebatte im Nationalrat. «Nur über unseren eigenen Kanal können wir unzensuriert begründen, weshalb wir für eine Sistierung der Rüstungsausgaben sind, ohne blöd hingestellt zu werden.»

Mit «Tele Blocher» will die SVP offiziell nichts zu tun haben. «Das ist Blochers persönliches Gefäss als Privatmann», sagt Brunner. Eine technische Zusammenarbeit werde man prüfen, sie stehe aber nicht im Vordergrund. Auch der Streit um die Internetdomain www.svp.tv, unter der die abgesplitterte BDP ein Internet-TV betreibt, berühre die SVP nicht, sagt Brunner. «Wir senden weiterhin über unsere eigene Homepage.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch