Wirbel im Ständeratsrennen: Maurer wirbt für SP-Mann

Hans Stöckli (SP) will für den Kanton Bern ins Stöckli. Dafür liess er sich mit Ueli Maurer ablichten, mit einem Spruch gings auf Facebook – und schon gibts Ärger.

Können es offensichtlich gut miteinander: Bundesrat Ueli Maurer (SVP) und Ständerat Hans Stöckli (SP).

Können es offensichtlich gut miteinander: Bundesrat Ueli Maurer (SVP) und Ständerat Hans Stöckli (SP). Bild: Screenshot Facebook

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Hans Stöckli, der SP-Ständerat, der am nächsten Sonntag gern wiedergewählt würde, ist ein begnadeter Wahlkämpfer. Das muss man ihm lassen. Er hat es fertiggebracht, dass sogar der Bundespräsident ihn zur Wahl empfiehlt. Allerdings nicht so direkt. Ueli Maurer wird auf Stöcklis Facebook-Seite so zitiert: Er habe «als Bundespräsident bestens mit dem Vizepräsidenten des Ständerats, Hans Stöckli, zusammengearbeitet». Und: «Ich würde ihn zum Ständeratspräsidenten wählen.»

In dieser Geschichte stecken gleich zwei pikante Details: Damit Stöckli überhaupt zum Ständeratspräsidenten gewählt werden kann, muss er zuerst wieder in den Ständerat gewählt werden. Und eigentlich noch pikanter: Ueli Maurer, einer der prominentesten Vertreter der SVP, greift damit einem politischen Gegner unter die Arme. Denn SP-Mann Stöckli steht bei den Ständeratswahlen im Kanton Bern in direkter Konkurrenz zum SVP-Kandidaten Werner Salzmann.

«Was tust du da?»

So gesehen, verwundert es nicht, dass das Foto aus dem Bundeshaus bei der SVP Kanton Bern nicht besonders gut ankommt. Der Facebook-Post war rasch ins Parteisekretariat der SVP Kanton Bern gelangt.

Aliki Panayides, Geschäftsführerin der SVP Kanton Bern, sagt, sie habe Bundesrat Maurer umgehend kontaktiert mit den Worten «Was tust du da?». Die Antwort wiederum sei postwendend gekommen. Es sei ja nicht sein Post.

Von der Sekretärin geknipst

Hans Stöckli bestätigt, Maurers Empfehlung sei authentisch. Sie hätten sich im Bundeshaus getroffen, und Maurers Sekretärin habe das Foto von ihnen beiden aufgenommen, sagt Stöckli. Die Bildlegende hätten sie zusammen formuliert. Er habe den Satz Maurer dann nochmals zum Autorisieren gezeigt, bevor er ihn gepostet habe, sagt Stöckli.

Maurer sei sich durchaus bewusst gewesen, dass dieser Post ihm Kritik eintragen könnte. Er sei solche Kritik gewöhnt, soll er laut Stöckli gesagt haben. Ausserdem habe er auch Werbung für den Parteikollegen Werner Salzmann gemacht.

Bereits vor dieser Geschichte gab es Ärger im Berner Ständeratsrennen. Adrian Amstutz (SVP) machte klar, dass er die Mitstreiterin im bürgerlichen Lager, Christa Markwalder (FDP), nicht unterstützen werde (zum Bericht).

Erstellt: 13.11.2019, 14:55 Uhr

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