Toni Brunner ist für ein Dreierticket

Die SVP will je einen Kandidaten aus jeder Sprachregion für den Bundesrat vorschlagen. Eine Mehrheit der Schweizer Bevölkerung befürwortet zwei SVP-Bundesräte.

SVP und Lega seien «eng verbunden»: Präsident der Schweizerischen Volkspartei, Toni Brunner. (Archivbild)

SVP und Lega seien «eng verbunden»: Präsident der Schweizerischen Volkspartei, Toni Brunner. (Archivbild) Bild: Laurent Gillieron/Keystone

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SVP-Parteipräsident Toni Brunner begrüsst die Kandidatur des Lega-Politikers Norman Gobbi für die Bundesratswahlen ausdrücklich. Der Tessiner Staatsratspräsident politisiere voll und ganz auf SVP-Linie. Brunner will nun mit drei Kandidaten zur Wahl antreten.

Weil die SVP als nationale Partei in allen Sprachregionen vertreten sei, «wäre es sinnvoll, der Bundesversammlung ein Dreierticket vorzuschlagen, mit je einem Kandidaten aus jeder Sprachregion», sagte der SVP-Chef in einem Interview mit der «SonntagsZeitung». Diese Idee gefalle ihm.

Wahlchancen «mehr als nur intakt»

Die Kandidatur von Lega-Mann Gobbi, der am Samstag von der SVP Tessin offiziell nominiert wurde, macht laut Brunner Sinn: «Norman Gobbi war als Nationalrat in unserer Fraktion, und ich weiss, dass er keine einzige seiner Positionen aufgeben müsste, um unsere Partei im Bundesrat zu vertreten.» Wenn er es auf das Kandidatenticket schaffe, seien seine Wahlchancen «mehr als nur intakt».

Eine Kandidatur aus dem Tessin wertet Brunner als «starkes Zeichen»: Auch im Tessin wachse die SVP immer mehr. Und der Kanton sei seit vielen Jahren nicht mehr im Bundesrat vertreten.

«Fusion begrüssenswert»

SVP und Lega seien «eng verbunden», sagte Brunner weiter. Die beiden Parteien arbeiten schon länger zusammen, er würde eine Fusion begrüssen. Auf nationaler Ebene ist die Lega seit 2003 Teil der SVP-Fraktion.

Laut der Zeitung «Schweiz am Sonntag» hat der SVP-Parteipräsident den Tessiner Lega-Vertreter persönlich getroffen, um ihn von einer Kandidatur zu überzeugen. Das sagte Gobbi in einem Interview. «Wir wollten sicher sein, dass meine Kandidatur für die SVP Schweiz gemäss ihren Statuten und des Selektionsverfahrens korrekt und politisch vertretbar ist.»

Gobbi: «Ich spüre Enthusiasmus»

Im Interview mit der «Zentralschweiz am Sonntag» sagte Gobbi, die Lega habe ihm die Freiheit gegeben, für die SVP zu kandidieren. «Ich bin zusätzlich in die SVP eingetreten, damit klar ist, dass ich auf Bundesebene ein Vertreter der SVP bin.» Im Tessin bleibe er ein Lega-Regierungsrat, die SVP sei seine nationale Partei.

Das Tessin habe nur alle 30 Jahre die ernsthafte Möglichkeit, einen Bundesrat zu bekommen, sagt der Tessiner Regierungspräsident Norman Gobbi im Interview mit der Zeitung «Schweiz am Sonntag». «Deshalb spüre ich Begeisterung, ja sogar Enthusiasmus. Das zeigt: Die Bevölkerung kann es kaum erwarten, dass die italienische Schweiz wieder im Bundesrat vertreten ist.»

In einem Interview mit dem «SonntagsBlick» schloss Brunner zudem erneut eine eigene Kandidatur definitiv aus. Auch Peter Spuhler stehe nicht zur Verfügung. Das Amt als Parteipräsident will Brunner aber behalten.

Mehrheit will zweiten SVP-Bundesrat

Die SVP soll einen zweiten Sitz im Bundesrat erhalten. Dieser Meinung ist eine Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer, wie aus einer Umfrage hervorgeht. 61 Prozent der Befragten halten den Anspruch der Partei als gerechtfertigt, 26 Prozent sagen nein.

Gar 67 Prozent würden der Volkspartei einen zweiten Bundesrat zugestehen, wenn diese einen gemässigten Kandidaten vorschlägt. Das ergab eine Umfrage, die das Institut Opinionplus für den «SonntagsBlick» am 5. und 6. November bei 1000 Stimmberechtigten in der Deutschschweiz und in der Romandie online durchführte.

Schlage die Partei allerdings «einen Hardliner als Kandidaten» vor, schrumpft der Anteil der Befürworter eines zweiten SVP-Sitzes auf 45 Prozent. In diesem Falle wären zudem 43 Prozent dagegen. Parteipräsident Toni Brunner sehen lediglich 19 Prozent der Befragten als eine gute Wahl für den Bundesrat. Für 37 Prozent wäre er eine schlechte, für 30 Prozent eine mehr oder weniger gute Wahl. Die Standardabweichung bei der Umfrage beträgt 3,2 Prozent. (chk/sda)

Erstellt: 08.11.2015, 03:06 Uhr

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