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Swissmedic will Spendeverbot für Schwule nicht lockern

Pink Cross hofft, dass Schwule in der Schweiz künftig Blut spenden dürfen. Doch die Aufsichtsbehörde Swissmedic winkt ab.

Blutspende – ein Privileg für Heterosexuelle?. Foto: Lukas Lehmann (Keystone)
Blutspende – ein Privileg für Heterosexuelle?. Foto: Lukas Lehmann (Keystone)

Noch ertönt der Jubel unter homosexuellen Männern verhalten. Denn die Schweiz ist an Entscheide des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) nicht gebunden. Sollten die Richter in Luxemburg jedoch dem Schlussantrag von General­anwalt Paolo Mengozzi folgen, wird dies «wohl Druck auf die Schweiz ausüben», wie Rolf Trechsel sagt, Co-Präsident der Schweizerischen Schwulenorganisation Pink Cross. Das lebenslange Spendeverbot für Schwule in der Schweiz hat für ihn «diskriminierenden Charakter». «Entscheidend soll das sexuelle Verhalten des Einzelnen sein, nicht die sexuelle Orientierung.» Trechsel ist sich bewusst, dass unter Homosexuellen die HIV-Rate rund 30-mal höher ist als bei Heterosexuellen. «Das ist jedoch nur eine generelle Feststellung, die auf den Einzelfall nicht übertragbar ist.» Gerade Schwule wüssten häufig ganz genau, ob sie HIV-positiv seien, weil sie vergleichsweise häufig Aidstests machen würden. Sei jemand aufgrund von Tests und seinem Verhalten sicher, dass der HIV-negativ ist, gibt es aus Trechsels Sicht keinen Grund, ihn vom Spenden auszuschliessen, zumal es gerade in der Schweiz regelmässig an Blutspendern mangle.

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