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«Wir haben Themen aufgegriffen, die die Leute beschäftigen»

Toni Brunner tritt als SVP-Präsident zurück. Nach acht intensiven Jahren, sei es besser, «frischen Kräften Platz zu machen.»

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Toni Brunner möchte sich «wieder vermehrt auf die politische Arbeit als Nationalrat sowie seinen eigenen Landwirtschaftsbetrieb konzentrieren», heisst es in einer SVP-Mitteilung zum Rücktritt des Parteipräsidenten. Hier ist er im Heustock seines Hofes bei Wattwil zu sehen. (9. Juli 2008)
Toni Brunner möchte sich «wieder vermehrt auf die politische Arbeit als Nationalrat sowie seinen eigenen Landwirtschaftsbetrieb konzentrieren», heisst es in einer SVP-Mitteilung zum Rücktritt des Parteipräsidenten. Hier ist er im Heustock seines Hofes bei Wattwil zu sehen. (9. Juli 2008)
Gaetan Bally, Keystone
Ein historischer und bewegender Moment für Brunner: Der St. Galler wird als jüngstes Mitglied zum neuen Nationalrat während der Wintersession der Räte in Bern vereidigt. (4. Dezember 1995)
Ein historischer und bewegender Moment für Brunner: Der St. Galler wird als jüngstes Mitglied zum neuen Nationalrat während der Wintersession der Räte in Bern vereidigt. (4. Dezember 1995)
Keystone
Im Bundeshaus: Der junge SVP-Nationalrat bei einem Rundgang durch das Bundeshaus. Man schreibt das Jahr 1996.(15. Januar 1996)
Im Bundeshaus: Der junge SVP-Nationalrat bei einem Rundgang durch das Bundeshaus. Man schreibt das Jahr 1996.(15. Januar 1996)
Karl-Heinz Hug, Keystone
Auch junge Nationalräte haben Hunger: Brunner verspeist im Café Fédéral auf dem Bundespaltz in Bern eine klassische Bratwurst. Die Zwiebeln dürfen nicht fehlen. (15. Januar 1996)
Auch junge Nationalräte haben Hunger: Brunner verspeist im Café Fédéral auf dem Bundespaltz in Bern eine klassische Bratwurst. Die Zwiebeln dürfen nicht fehlen. (15. Januar 1996)
Karl-Heinz Hug, Keystone
Der 1974 in Wattwil geborene SVP-Politiker und Landwirt gründete 1992 die SVP des Kantons St. Gallen mit.
Der 1974 in Wattwil geborene SVP-Politiker und Landwirt gründete 1992 die SVP des Kantons St. Gallen mit.
Gaetan Bally, Keystone
Von 1993 bis 1998 war Brunner Präsident der SVP Obertoggenburg. 1995 wurde er mit nur 21 Jahren in den Nationalrat gewählt. Bis 2015 wurde er fünf Mal wiedergewählt.
Von 1993 bis 1998 war Brunner Präsident der SVP Obertoggenburg. 1995 wurde er mit nur 21 Jahren in den Nationalrat gewählt. Bis 2015 wurde er fünf Mal wiedergewählt.
Ennio Leanza, Keystone
Von 1998 bis 2008 war Toni Brunner SVP-Präsident des Kantons St. Gallen, und von 2000 bis 2008 Vizepräsident der SVP Schweiz. 2008 trat er die Nachfolge von Ueli Maurer als SVP-Parteipräsident an.
Von 1998 bis 2008 war Toni Brunner SVP-Präsident des Kantons St. Gallen, und von 2000 bis 2008 Vizepräsident der SVP Schweiz. 2008 trat er die Nachfolge von Ueli Maurer als SVP-Parteipräsident an.
Steffen Schmidt, Keystone
Bei seiner Kandidatur für den Ständerat im Jahr 2007 landete Toni Brunner nur auf dem dritten Platz. Auch 2011 scheiterte seine Kandidatur für den Ständerat.
Bei seiner Kandidatur für den Ständerat im Jahr 2007 landete Toni Brunner nur auf dem dritten Platz. Auch 2011 scheiterte seine Kandidatur für den Ständerat.
Peter Klaunzer, Keystone
Konzentriert und mit kühlem Blick am Rednerpult: Brunner spricht an der Delegiertenversammlung der SVP im Churer Eisstadion. (22. August 2009)
Konzentriert und mit kühlem Blick am Rednerpult: Brunner spricht an der Delegiertenversammlung der SVP im Churer Eisstadion. (22. August 2009)
Ennio Leanza, Keystone
Optimismus und Fröhlichkeit wird gross geschrieben: Brunner mit Parteikollegen anlässlich der SVP-Delegiertenversammlung im November 2013 in Reiden. (23. November 2013)
Optimismus und Fröhlichkeit wird gross geschrieben: Brunner mit Parteikollegen anlässlich der SVP-Delegiertenversammlung im November 2013 in Reiden. (23. November 2013)
Urs Flüeler, Keystone
Gemütlichkeit muss sein, vor allem in der Volkspartei – Brunner als Kapitän der MS Thurgau mit Fraktionschef Adrian Amstutz (l.) und Bundesrat Ueli Maurer während des Fraktionsauflugs der SVP im Juni des vergangenen Jahres. (10. Juni 2015)
Gemütlichkeit muss sein, vor allem in der Volkspartei – Brunner als Kapitän der MS Thurgau mit Fraktionschef Adrian Amstutz (l.) und Bundesrat Ueli Maurer während des Fraktionsauflugs der SVP im Juni des vergangenen Jahres. (10. Juni 2015)
Gian Ehrenzeller, Keystone
Parteipräsident Brunner, Vize Christoph Blocher sowie Wahlkampfleiter Albert Rösti (v. l.) singen insbrünstig die Nationalhymne vor der SVP-Delegiertenversammlung im August 2015 in St. Luziensteig. An den Wahlen im Oktober schlägt die Partei zu. (22. August 2015)
Parteipräsident Brunner, Vize Christoph Blocher sowie Wahlkampfleiter Albert Rösti (v. l.) singen insbrünstig die Nationalhymne vor der SVP-Delegiertenversammlung im August 2015 in St. Luziensteig. An den Wahlen im Oktober schlägt die Partei zu. (22. August 2015)
Gian Ehrenzeller, Keystone
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SVP-Parteipräsident Toni Brunner tritt zurück. Er will sein Amt am 23. April abgeben, zum Ende der ordentlichen Amtszeit. Das teilte er an der SVP-Kadertagung in Bad Horn TG vor SVP-Politikerinnen und Politikern mit.

In einem Interview mit dem SRF erklärte Brunner seinen Entscheid: «Ich habe mir überlegt, ob ich nochmals eine Legislatur anhängen soll. Aber nach acht Jahren, die sehr intensiv waren, ist es vielleicht auch besser, man macht wieder frischen Kräften Platz.» Die Entscheidung, sein Amt abzugeben, habe er schon vor den Wahlen im Oktober 2015 gefällt.

Nachfolger von Brunner an der Spitze der SVP soll der Berner Nationalrat Albert Rösti werden, der den Wahlkampf der SVP für die eidgenössischen Wahlen im Herbst geleitet hat. Die Parteileitung schlägt Rösti den zuständigen Organen zur Wahl vor. Brunner sieht den Berner als ideale Besetzung. «Es geht vorab um Kontinuität. Rösti steht für Stabilität, er ist geerdet», so Brunner.

«Es braucht manchmal das Mittel der Provokation»

Seine eigene Präsidentschaft sieht der Ostschweizer positiv, in Erinnerung bleiben ihm aber auch Niederlagen. Verlorene Abstimmungen seien etwas, das bleibe: «Bei der Volkswahl des Bundesrates haben wir kein gutes Ergebnis erzielt.» Dass sich die SVP während seiner Präsidentschaft fast immer Angriffsmodus befunden habe, sei eine politische Notwendigkeit gewesen. «Wir haben Themen aufgegriffen, die die Leute beschäftigen – wie bei der Zuwanderung oder der Ausschaffung krimineller Ausländer. Die anderen Parteien sprechen nicht gerne darüber, darum braucht es manchmal das Mittel der Provokation.»

Der Rücktritt kommt überraschend. Erst Mitte Dezember hatte Brunner zur «NZZ» gesagt: «Es sind keine Rochaden geplant.» Er und Fraktionschef Adrian Amstutz werden die Partei auch in die nächsten Wahlen führen, hiess es damals.

Arbeitsgruppe nimmt Parteileitung unter die Lupe

Unter die Lupe nehmen will die in den vergangenen 25 Jahren stark gewachsene SVP ihre Parteileitung. Die derzeitige Parteileitung setzte dazu eine Arbeitsgruppe ein, die von Toni Brunner geleitet wird. Mitarbeiten werden Fraktionspräsident Adrian Amstutz, Albert Rösti und Generalsekretär Martin Baltisser.

Die Gruppe soll der Delegiertenversammlung im April einen Antrag zur Zusammensetzung der Parteileitung für die nächste zweijährige Amtszeit stellen. Ebenfalls soll sie allfällige strukturelle Anpassungen prüfen.

Seit 2008 Parteipräsident

Der St. Galler Brunner ist seit 2008 Präsident der SVP Schweiz. Zuvor war er acht Jahre lang Vizepräsident der Partei, wie die SVP in einem Communiqué mitteilte. Brunner wolle sich wieder vermehrt auf die politische Arbeit als Nationalrat und auf seinen eigenen Landwirtschaftsbetrieb konzentrieren.« Ich bin neu auch in der sozialpolitischen Kommission. Dort stehen grosse Reformen an wie die Altersvorsorge und die IV.»

Damit wählen im April gleich drei Bundesratsparteien einen neuen Präsidentin oder einen neuen Präsidenten. Denn auch bei FDP und CVP haben Philipp Müller (AG) und Christophe Darbellay (VS) ihren Rücktritt angekündigt.

Neben Brunner wird in diesem Jahr auch SVP-Generalsekretär Martin Baltisser zurücktreten. Baltisser will in die Privatwirtschaft wechseln. Wer sein Nachfolger oder seine Nachfolgerin werden wird, soll in nächster Zeit geregelt werden, wie die SVP schrieb. Baltisser leitet das Generalsekretariat seit 2009.

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