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Trotz Corona – Schüler müssen zur Gymi-Aufnahmeprüfung antanzen

Die Schaffhauser Schulbehörden wollen trotz Bedenken von Eltern und Lehrern die Aufnahmeprüfungen durchpauken. National wird an einer einheitlichen Lösung gearbeitet.

Der Sicherheitsabstand werde bei den Prüfungen eingehalten, versprechen die Schulbehörden. Foto: Gaetan Bally (Keystone)
Der Sicherheitsabstand werde bei den Prüfungen eingehalten, versprechen die Schulbehörden. Foto: Gaetan Bally (Keystone)

«Ich muss ja auch nicht mit 50 Kilometer pro Stunde durch eine belebte Quartierstrasse brettern, nur weil innerorts 50 km/h erlaubt sind», sagt Dr. Ralph Tanner. Er ist Fachvorstand Deutsch und Deutschlehrer an der Kantonsschule Schaffhausen. Tanner ist in grosser Sorge: Sein gesunder Menschenverstand sage ihm, dass man nicht 280 Kinder, ihre Familien, die Lehrer und ihre Familien unnötigerweise gefährde: «Die Erfahrung hat doch gezeigt, wie hochansteckend das Coronavirus ist.»

Rechtlich abgeklärt

Am 19., 20. und 23. März 2020 finden die Aufnahmeprüfungen für die Maturitäts- und die Fachmittelschul-Lehrgänge an der Kantonsschule Schaffhausen statt – trotz der vom Bundesrat deklarierten «ausserordentlichen Lage». Die Schulbehörden und die Erziehungsdirektion hätten die rechtlichen Bedingungen abgeklärt, sagt der zuständige Regierungsrat Christian Amsler (FDP). Er verweist auf die bundesrätlichen Verordnungen über Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus. Darin ist tatsächlich festgehalten, dass Prüfungen, für die bereits ein Termin festgelegt wurde, unter Einhaltung geeigneter Schutzmassnahmen durchgeführt werden können.

«Die Schulklassen werden neu aufgeteilt, sodass der Mindestabstand von zwei Metern gewährleistet ist.»

Pasquale Comi, Rektor der Kantonsschule Schaffhausen

Man habe extra ein Sondersetting aufgezogen, so Amsler, um der neuartigen Situation gerecht zu werden. Dieses Schutzkonzept beinhalte eine Vielzahl von Massnahmen, welche die Taskforce bewilligt habe. Rund 280 Schülerinnen und Schüler sind laut dem Rektor der Kantonsschule Schaffhausen, Pasquale Comi, zu den Prüfungen aufgeboten: «Die Schulklassen werden neu aufgeteilt, sodass der Mindestabstand von zwei Metern gewährleistet ist.»

Bis zu 25 Schüler in einem Raum

In normal grossen Schulzimmern sind das dann 14 Personen, in übergrossen Schulräumen sogar bis zu 25 Personen, die gleichzeitig die Aufnahmeprüfung ablegen. Zudem würden Desinfektionsfläschchen an alle Schüler verteilt, die Lehrer würden mit Handschuhen ausgerüstet, und selbst die ausgefüllten Prüfungsunterlagen kämen zuerst mindestens 27 Stunden in «Quarantäne», bevor sie ausgewertet werden. Zudem würden alle Lehrpersonen freiwillig teilnehmen, keiner werde dazu gezwungen.

Er werde wider Willen, allein aus Solidarität mit seinen Kollegen und in der Verantwortung als Fachvorstand an die Prüfungen kommen, damit diese «korrekt und möglichst fair» über die Bühne gehen, betont Tanner. Trotzdem ist er der Ansicht, dass man die Prüfungen auf einen späteren Zeitpunkt hätte verschieben können.

Gesamtschweizerische Lösung in Sicht

Gut möglich, dass die Schaffhauser die Letzten sind, welche die Aufnahmeprüfungen in dieser Form noch durchziehen können. Denn derzeit arbeitet die Schweizerische Mittelschulämterkonferenz mit Hochdruck daran, gesamtschweizerische Lösungen für solche Übertrittsprüfungen zu erstellen. In den kommenden Tagen dürfte ein entsprechender Entscheid fallen.

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