Trump hat schon 1,5 Millionen Dollar für das WEF ausgegeben

Das Treffen in Davos hat noch nicht einmal begonnen – und schon gibt die US-Regierung einen siebenstelligen Betrag für Hotels und Limousinen aus.

Abschied vor zwei Jahren: Der Helikopter Marine One mit Präsident Trump an Bord hebt im Januar 2018 in Davos ab. Foto: Reuters

Abschied vor zwei Jahren: Der Helikopter Marine One mit Präsident Trump an Bord hebt im Januar 2018 in Davos ab. Foto: Reuters

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Der US-Präsident wird nächste Woche standesgemäss im eigenen Flugzeug, der Airforce One, in die Schweiz fliegen. Dort sind schon sämtliche Annehmlichkeiten für ihn vorbereitet. Bereits seit dem 10. Dezember hat der Secret Service, der mit dem Schutz des US-Präsidenten betraute Geheimdienst, im Mövenpick-Hotel in Glattbrugg Zimmer gemietet. Die Rechnung beläuft sich auf knapp 150’000 Dollar.

Das ist einer Datenbank der US-Regierung zu entnehmen, auf der diese sämtliche Regierungsauslagen veröffentlicht. Bisher sind im Zusammenhang mit dem WEF 2020 Auslagen von 1,5 Millionen Dollar ausgewiesen, welche diese Redaktion ausgewertet hat. Sie führen vor Augen, welcher Geldsegen dank des WEF vor allem über Hotels und Autovermieter niedergeht.

Für Trump ist im Marriott reserviert

Donald Trump könnte gemäss Datenbank im Hotel Marriott in Zürich absteigen. 202’224 Dollar hat die US-Botschaft in Bern für die Beherbergung von Potus (President of the United States) im Fünfsternhotel reserviert, 150’000 Dollar davon sind schon ausgegeben. Zwei weitere Unterkünfte, die in den Unterlagen nicht genannt werden, sind für Trump vorgesehen, eine für 116’000 Dollar, die andere für rund 60’000 Dollar. Beide Beträge dürften nicht ausreichen, um Trumps Nächte im Hotel Intercontinental in Davos zu begleichen. In dessen speziellem Präsidentengeschoss logierte Trump bei seinem Besuch 2018. Möglich ist auch, dass die Zimmer für Präsidententochter Ivanka Trump und ihren Ehemann Jared Kushner bestimmt sind.

Etwas weniger teuer kommen die Unterkünfte für die anderen Regierungsmitglieder zu stehen. Pikanterweise ist es ausgerechnet der hierarchisch am niedrigsten gestellte Undersecretary Keith Krach, der mit fast 39’000 Dollar eine teure Bleibe gefunden hat. Wesentlich günstiger logieren das Arbeitsministerium (29’000), das Finanzministerium (25’000), die Botschaftsmitarbeiter (23’000) und Trumps Küchenteam (13’000). Die Hotelzimmer im Zürcher Sheraton für US-Korrespondenten schlagen mit 13’000 Dollar zu Buche.

Teure Korrespondenten?

Den bisher grössten Budgetposten verursachen jedoch die US-Journalisten, die im Weissen Haus akkreditiert sind. Damit der Tross mobil ist, hat die US-Botschaft in Bern Limousinenservices im Umfang von 266’131 Dollar bestellt, weitere 66’000 Dollar kosten Internet- und Telefondienste für die Medienvertreter. Allerdings sind das nur Vorschüsse: Das Weisse Haus verrechnet diese Kosten den teilnehmenden Medienhäusern weiter.

Der Transportdienst des US-Präsidenten, die Marine Helicopter Squadron One, hat Limousinen für über 130’000 Dollar bestellt. Trump selbst wird allerdings wie immer in seinem eigenen Spezialauto mit dem Übernamen «Beast» chauffiert, sofern er nicht per Helikopter nach Davos fliegt. Dem Ruf als Regierung einer Autonation macht Trumps Administration alle Ehre: Die Hälfte der bisherigen WEF-Auslagen, 725’522 Dollar, gibt sie für Mietautos aus.

Luxus im vergangenen Jahr

Bescheiden nehmen sich diese bisherigen Auslagen im Vergleich zum vergangenen Jahr aus. Trump musste zwar wegen des Budgetstreits im Repräsentantenhaus seine Teilnahme kurzfristig absagen. Doch zu jenem Zeitpunkt waren bereits 3,45 Millionen US-Dollar in die Schweiz geflossen. Die amerikanische Onlinepublikation «Quartz» wies maliziös darauf hin, dass Trumps Minister luxuriöse Hotels gebucht hätten. Der Handelsbeauftragte Robert Lightizer etwa gab über 100’000 Dollar im Quellenhof in Bad Ragaz mit seinen Spa-Anlagen aus. Trump selbst liess sich im Hotel Intercontinental einen «Functional Space» für 227’733 Dollar herrichten, den er aber schliesslich nicht nutzte.

Ob sich die US-Regierung diesmal bescheidener gibt, lässt sich anhand der bisherigen Auslagen noch nicht abschätzen. Allerdings enthält die Datenbank mit Sicherheit noch nicht alle Spesen der US-Regierung am WEF. Die Rechnung für die US-Steuerzahler wird im Verlaufe der nächsten Wochen noch deutlich steigen.

Eine frühere Version dieses Artikels enthielt einen Fehler: Die Reisekosten für die US-Korrespondenten werden nicht von der US-Regierung übernommen. Korrekt ist, dass diese den Medienunternehmen weiterverrechnet werden. Wir bitten um Entschuldigung.

Erstellt: 15.01.2020, 13:44 Uhr

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