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Türkei protestiert bei der Stadt Genf

Ankara ist erzürnt über eine in Genf ausgestellte Fotografie, die den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan kritisiert.

Das umstrittene Bild: Ankara hat bei der Stadt Genf einen Protest hinterlegt. (25. April 2016)
Das umstrittene Bild: Ankara hat bei der Stadt Genf einen Protest hinterlegt. (25. April 2016)
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Wegen des besagten Fotos hat das türkische Konsulat deshalb die Entfernung des Fotos verlangt. Die Stadt Genf wird sich am Dienstag mit dem Gesuch befassen.

Demir Sönmez, Genfer Fotograf mit kurdischen und armenischen Wurzeln, stellt bis am Sonntag auf der Place des Nations 58 Fotografien von auf dem Platz durchgeführten Demonstrationen aus. Darunter befindet sich auch die von den türkischen Behörden beanstandete Aufnahme vom März 2014.

Ein Sujet aus Istanbul

Das Bild zeigt ein Transparent, auf welchem der damalige Premierminister Erdogan für den Tod eines Jugendlichen anlässlich eines Protests in Istanbul verantwortlich gemacht wird. «Ich heisse Berkin Elvan, die Polizei hat mich auf Geheiss des türkischen Ministerpräsidenten getötet», stand auf dem Banner geschrieben.

Der Regierungsrat wird am Dienstagnachmittag über das Ersuchen Ankaras beraten, wie Sprecher Philippe d'Espine am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte. Er bestätigte damit eine Meldung der Zeitung «Le Courrier».

Empörte Genfer Politiker

Die Arbeit von Sönmez erhält Unterstützung von Genfer Politikern. SP-Nationalrat Carlo Sommaruga zeigt sich in der «Tribune de Genève» «schockiert, dass sich ein fremder Staat in interne Angelegenheiten der Stadt Genf einmischt und verlangt, freie Meinungsäusserung einzuschränken».

SVP-Nationalrat Yves Nidegger ist der gleichen Ansicht. Und er meint, wenn die Place des Nations in Genf nicht mehr für Proteste für humane Rechte gebraucht werden dürfe, nütze sie nichts.

SDA/fal

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