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Türkische Presse stellt Fasnächtler als Terroristen hin

Aus der Basler Fasnacht machen staatsnahe türkische Medien eine Demo von Gülenisten und der PKK. Den Teilnehmern ist der Spass aber noch nicht vergangen.

Mit solchen Bildern haben die «Terroristen» in Basel demonstriert. Und das sogar mitten in der Nacht!
Mit solchen Bildern haben die «Terroristen» in Basel demonstriert. Und das sogar mitten in der Nacht!
Keystone

Dass die türkische Regierung jeden, der sich kritisch zur Politik von Präsident Erdogan äussert, gleich als «Spitzel», «Nazi» oder «Terrorist» bezeichnet, sorgt europaweit für Furore. Die türkische Regierung erhält bei der Denunzierung diverser Gruppierungen oder Personen auch kräftige Schützenhilfe von diversen Medienhäusern. Die neusten Schlagzeilen aus den Verlagshäusern am Bosporus, sind jedoch an Absurdität kaum zu übertreffen, wie die «Basler Zeitung» (BaZ) schreibt.

«FETÖ’cüler isviçre’den sald?r?yor», titelte beispielsweise die Yeni Akit . Sinngemäss übersetzt: «Fethullah-Terroristen greifen aus der Schweiz an.»

Gemeint ist damit die Fasnachtsclique Basler Mittwoch-Gesellschaft (BMG). Die türkische Zeitung bezichtigt die Fasnächtler der Männerclique als «Terroristen» im Auftrag des Predigers Fethullah Gülen zu sein. Gülen wird vom türkischen Präsidenten für den Putschversuch vom vergangenen Sommer verantwortlich gemacht. Seine Anhänger werden von der Regierung stets als «Terroristen» bezeichnet. Wie nun auch die BMG.

«Wir sind ein wenig stolz»

«Hässliche Schweizer», titelte die Istanbuler Yeni Safak. Das Blatt, das der Regierungspartei AKP nahesteht, habe bei seiner Berichterstattung «ein wenig daneben gegriffen», schreibt die «Basler Zeitung» weiter: Was sich da in Basel abgespielt habe, sei ein Demonstrationszug von Mitgliedern der kurdischen PKK und der Fethullah-Terroristen gewesen, berichtet das Blatt. Die Teilnehmer hätten sich speziell für die «Demonstration» kostümiert, um gegen den türkischen Präsidenten zu hetzen. Die Stadt Basel habe dies bewilligt. Die Fasnacht wird mit keinem Wort erwähnt.

Mit dieser gehässigen Resonanz aus der Türkei habe die BMG-Clique nicht gerechnet, sagt Vizeobmann Gerard Goetti auf Anfrage der BaZ. «Ich habe mir im Vorfeld schon ein wenig Gedanken gemacht, was passieren könnte, wenn wir so auftreten. Aber ich habe mit Reaktionen von den hier lebenden Türken und nicht aus der Türkei selbst gerechnet», so Goetti. «Bei uns in der Clique schüttelt man ob den absurden Vorwürfen der türkischen Medien jedoch nur belustigt die Köpfe.»

Zwar zeige das Beispiel ihrer Fasnachtssujet einmal mehr plakativ auf, wie die Erdogan-Anhänger auf Kritik aus dem Ausland reagieren. Ob der Resonanz sei man bei der BMG auch ein wenig stolz. Verbindungen zwischen den Mitgliedern der BMG und dem Prediger Fethullah Gülen oder der kurdischen PKK seien keine vorhanden.

(Übernommen von der BaZ, bearbeitet durch Redaktion Tamedia)

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