Über 850 Kinder feiern ihre Rechte mit Alain Berset

40 Schulklassen haben in Bern das 30-jährige Jubiläum der UNO-Kinderrechtskonvention gefeiert. Sie stellten auch Forderungen an Politik und Gesellschaft.

«Es geht darum, weniger über die Kinder und dafür mehr mit ihnen zu sprechen», sagte Bundesrat Alain Berset. Video: SDA

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Über 850 Kinder haben am Mittwoch auf dem Bundesplatz in Bern zusammen mit Bundesrat Alain Berset 30 Jahre UNO-Kinderrechtskonvention gefeiert. Sie informierten sich über ihre Rechte als Kinder und Jugendliche und stellten ihre Forderungen an Politik und Gesellschaft.

Über 40 Schulklassen aus der ganzen Schweiz mit Kindern und Jugendlichen zwischen 9 und 18 Jahren reisten am Mittwoch nach Bern. Ihr Ziel: Mehr erfahren über ihre eigenen Rechte. Organisiert wurde der Anlass am internationalen Tag der Kinderrechte von der Stiftung Pestalozzi Kinderdorf, dem Kinderschutz Schweiz, Pro Juventute und dem Komitee für Unicef Schweiz und Liechtenstein, wie es in einer Medienmitteilung hiess.

Teil des Tages waren interaktive Posten, welche die Kinder und Jugendlichen im Verlauf des Morgens absolvierten. In Vorbereitung auf den Tag und vor Ort schrieben die Schülerinnen und Schüler ihre Wünsche, Forderungen und Anliegen auf.

Auf der Open Mic-Bühne konnten Vertreterinnen und Vertreter der Schulklassen Bundesrat Alain Berset ihre Fragen stellen. Berset wies auf die weltweite Bedeutung der UNO-Kinderrechtskonvention als Grundlage für die Rechte der Kinder und die Mitwirkung von Kindern und Jugendlichen hin: «Es geht darum, weniger über die Kinder und dafür mehr mit ihnen zu sprechen.»

30 Jahre Kinderrechtskonvention

Vor 30 Jahren, am 20. November 1989, wurde die Kinderrechtskonvention von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet. Die KRK umfasst 54 Artikel, die auf den vier Grundprinzipien vom Recht auf Gleichbehandlung, Recht auf Wahrung des Kindeswohls, Recht auf Leben und Entwicklung und Recht auf Anhörung und Partizipation beruhen. 1997 ratifizierte die Schweiz die Konvention.

Trotz der positiven Veränderungen gebe es vor allem ein grundlegendes Problem, schreiben die Organisatoren der Bundesplatzaktion: «Die Betroffenen, Kinder und Jugendliche, wissen zu wenig über ihre Rechte in der Gesellschaft.» Dieser Tatsache habe man am Mittwoch tatkräftig entgegengewirkt.

Zwei Schulklassen bei Cassis

Aus Anlass dieses Jahrestages empfing Bundesrat Ignazio Cassis zwei Schulklassen aus dem Tessin im Bundeshaus, wie das Aussendepartement EDA mitteilte. «Dass Kinder in die Schule gehen können, Freizeit haben und ihre Meinung sagen dürfen, ist für uns heute selbstverständlich», sagte Cassis bei seinem Treffen mit den Schülerinnen und Schülern aus Ascona. «Doch es brauchte die Kinderrechtskonvention, damit Kinder weltweit überhaupt Rechte haben.»

Man dürfe sich nicht zurücklehnen, sagte Cassis weiter. Zwar würden heute weltweit mehr Kinder eingeschult als je zuvor. Viele Kinder könnten die Schulbildung aber wegen Armut, Flucht, Zwangsheirat oder anderen Gründen nicht abschliessen. Über 260 Millionen Kinder könnten überhaupt nie eine Schulbank drücken. Gleichzeitig sei die Qualität der Bildung häufig mangelhaft. (step/sda)

Erstellt: 20.11.2019, 18:20 Uhr

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