Zum Hauptinhalt springen

Ueli Tobler tritt aus SVP aus

Eine üble Äusserung auf Facebook hat dem Medienchef der SVP Steffisburg den Kopf gekostet: Er zieht sich aus dem Vorstand zurück. Nun plant die Berner SVP einen Knigge-Kurs für ihre Mitglieder.

Bekanntgabe des Rücktritts: Screenshot von Toblers Facebook-Profil.
Bekanntgabe des Rücktritts: Screenshot von Toblers Facebook-Profil.
Leserreporter
Diese Nachricht hat Ueli Tobler am Dienstagnachmittag auf der Facebook-Seite von Thomas Fuchs publiziert. Er hat damit eine Flut von mehrheitlich negativen Reaktionen ausgelöst.
Diese Nachricht hat Ueli Tobler am Dienstagnachmittag auf der Facebook-Seite von Thomas Fuchs publiziert. Er hat damit eine Flut von mehrheitlich negativen Reaktionen ausgelöst.
Screenshot Facebook
Auch Thomas Fuchs griff das Thema noch einmal auf. Er stellte noch einmal klar, dass Facebook kein rechtsfreier Raum sei.
Auch Thomas Fuchs griff das Thema noch einmal auf. Er stellte noch einmal klar, dass Facebook kein rechtsfreier Raum sei.
Screenshot Facebook
1 / 6

Es war absehbar: Ueli Tobler war für die SVP Steffisburg untragbar geworden, nachdem Redaktion Tamedia publik machte, dass er sich auf Facebook einen üblen Ausrutscher geleistet hatte. In einer Online-Diskussion zum Verbot von Plastiksäckli an Supermarkt-Kassen hatte er am Dienstag geschrieben, er empfehle, «jedem/jeder Einzelnen dieser linken Saubande einen speziell dichten Plastiksack zu schenken und diesen dann ihm/ihr ganz schnell über den Kopf zu stülpen und mit einem langen Kabelbinder festzuzurren».

Die Ortspartei hatte sich sofort von Toblers Äusserungen distanziert, er selber ruderte zwar rasch zurück, löschte den Beitrag und entschuldigte sich auf seiner eigenen Facebook-Seite «in aller Form» bei jenen, welche sich durch die Äusserungen «diskreditiert oder verletzt fühlten». Er habe diese als Privatperson gemacht. Sie seien «politisch nicht korrekt».

Rück- und Austritt

Doch retten konnte er seine politische Karriere nicht. Wie angekündigt hat der Parteivorstand – inklusive Ueli Tobler – das Thema besprochen. In einer knappen Mitteilung heisst es: «Der Vorstand der SVP Sektion Steffisburg teilt mit, dass Ueli Tobler per sofort aus eigenen Beweggründen den Austritt aus der SVP Steffisburg bekanntgegeben hat.» Ueli Tobler und der Vorstand seien sich einig, dass seine Äusserungen auf Facebook mit den Werten der SVP nicht vereinbar seien.

Ueli Tobler selber schrieb auf seiner Facebook-Seite: «Um die in der Tagespresse losgetretene Lawine zu durchbrechen und der SVP Steffisburg den Weg in die politische Zukunft frei von den Lasten der Facebook-Affäre zu ermöglichen, habe ich die sofortige Demission aus dem Vorstand und den Austritt aus der SVP Steffisburg gegeben.» Er hoffe, dass damit ein Schlussstrich unter diese Geschichte gezogen werden könne. Seit Mitternacht von Mittwoch auf gestern Donnerstag ist Toblers Facebook-Seite zudem nicht mehr abrufbar – zumindest nicht öffentlich.

Social-Media-Knigge für Berner SVP-Mitglieder

Der Steffisburger SVP-Präsident Hansrudolf Marti sagte gestern auf Anfrage, es hätten sich bereits Leute gemeldet, die Toblers Aufgaben im Vorstand zumindest vorübergehend übernehmen würden. Auf die Frage, ob er seine Leute künftig in Social-Media-Kurse schicke, sagte Marti: «Das wäre vielleicht eine Idee. Aber organisieren können wir sowas nicht als Ortspartei, da müsste wohl schon die Kantonalpartei aktiv werden.»

Werner Salzmann, der Präsident der SVP Kanton Bern, sagt auf Anfrage zu Redaktion Tamedia: «Wir haben das Thema Soziale Medien in der SVP Kanton Bern bereits vor einiger Zeit aufgenommen und erarbeiten ein Konzept zum Umgang mit ihnen.» Salzmann betont jedoch, dass dieses Konzept schon seit längerem in Planung und nicht erst jetzt als Reaktion auf Toblers Facebook-Ausrutscher entstanden sei.

«Wir wollen unsere Vorstandsmitglieder in internen Schulungen für solche Sachen sensibilisieren. Parteimitglieder müssen den politischen Gegnern mit Anstand und Respekt behandeln, auch wenn man zu einem politischen Geschäft eine andere Meinung hat. Das gilt auch in Sozialen Netzwerken», sagt Salzmann.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch