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Uiguren sind im Jura heimisch geworden

Vor einem halben Jahr hat der Jura zwei ehemalige Guantánamo-Häftlinge aufgenommen. Die beiden Uiguren äusserten sich zum ersten Mal über ihr neues Leben in der Schweiz.

Das Leben in der Freiheit: Guantánamo-Häftling Bahtiya Mahmut (rechts) und sein Übersetzer informieren über den Alltag in der Schweiz.
Das Leben in der Freiheit: Guantánamo-Häftling Bahtiya Mahmut (rechts) und sein Übersetzer informieren über den Alltag in der Schweiz.
Keystone

Die zwei vom Jura aufgenommenen Uiguren aus dem US-Gefangenenlager Guantánamo haben dem Kanton und dem Bund für die Aufnahme ihren Dank ausgesprochen. Sechs Monate nach ihrer Ankunft akklimatisierten sie sich nach und nach, sagten die jurassischen Behörden am Montag.

Die beiden uigurischen Brüder statteten ihren Dank an einer Medienkonferenz in Delsberg ab. Gemäss einem Communiqué des Kantons zeigten sie sich dankbar allen gegenüber, die ihnen mit Unterstützung, Halt und Rat zur Seite stünden. Sie hätten sich in ihrer Umgebung gut eingelebt.

Sie büffeln Französisch

Mit der Betreuung der beiden Uiguren ist die jurassische Flüchtlingsorganisation AJAM beauftragt worden. Sie leistet Hilfe vor allem beim Erlernen der französischen Sprache und der Suche nach einer beruflichen Tätigkeit, die Kenntnissen und Können der zwei Uiguren entspricht.

Auch die Kontakte mit der Bevölkerung entwickelten sich gut, sagte Pierre-Alain Berret, Sprecher der jurassischen Regierung, der Nachrichtenagentur SDA. Nach ihrer Ankunft am 23. März lebten die beiden Brüder zunächst zusammen in Delsberg; jetzt wohnt einer in Delsberg, der andere in Courroux JU.

Bund kommt für den Unterhalt auf

Bis die Brüder finanziell selbständig sind, kommt der Bund für ihre Unterhaltskosten auf. Die beiden Ex-Häftlinge aus Guantánamo sind von den US-Behörden weder angeklagt noch je verurteilt worden. Die Schweiz hat drei Ex-Gefangene aufgenommen: die beiden Uiguren und einen Usbeken, der in Genf lebt.

Laut Amnesty International haben seit dem Amtsantritt von US-Präsident Barack Obama 67 Gefangene Guantánamo verlassen. 38 von ihnen hätten nicht in ihre Heimatländer zurückkehren können und seien von andern Ländern - wie der Schweiz - aus humanitären Gründen aufgenommen worden. 174 Gefangene hätten sich Anfang Oktober noch in Guantánamo befunden.

SDA/pbe, jak

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