Uni Basel bittet Doktorandin um Entschuldigung

Im Verfahren gegen einen Doktorvater räumt die Universität Mängel ein. Und informiert doch noch.

Betroffene sollen eine Ansprechperson innerhalb der Uni bekommen, verspricht eine neu eingesetzte Kommission zum Vorgehen in Fällen von sexueller Belästigung.

Betroffene sollen eine Ansprechperson innerhalb der Uni bekommen, verspricht eine neu eingesetzte Kommission zum Vorgehen in Fällen von sexueller Belästigung. Bild: Martin Rütschi/Keystone

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Die Doktorandin, die im Mai 2018 Beschwerde gegen ihren Doktorvater wegen sexueller Belästigung einreichte, hat das Ergebnis des Verfahrens doch noch erfahren: Bei einem Treffen gestern Morgen erläuterte ihr Rektorin Andrea Schenker-Wicki persönlich, welche Massnahmen die Universität Basel gegen den Professor ausgesprochen hat. Bisher hatte man diese der Dokto­randin verschwiegen.

«Ich bin froh, haben wir uns getroffen. Es war ein sehr gutes Gespräch», sagt die Doktorandin. «Die Rektorin bedauert, was mir passiert und wie das Verfahren abgelaufen ist. Sie hat sich bei mir entschuldigt.»

Bei der einen Massnahme handle es sich um die schriftliche Abmahnung, die der Professor im Dezember selbst kommuniziert habe, sagt die Doktorandin. Zu der anderen Massnahme wolle sie sich öffentlich nicht näher äussern. «Wichtig ist für mich, dass ich nun weiss, dass die Uni meine Beschwerde sehr ernst genommen hat.»

Die Universität bestätigt das Treffen mit der Doktorandin. Eine neu eingesetzte Kommission zum Vorgehen in Fällen von sexueller Belästigung sei an ihrer ersten Sitzung vom letzten Donnerstag zum Schluss gekommen, dass «der rechtliche Spielraum» es zulasse, die Doktorandin zu informieren, sagt Sprecher Matthias Geering. «Weiter ist die Kommission der Ansicht, dass eine Verfahrensdauer von sechs Monaten viel zu lange und damit inakzeptabel sei.» Das habe die Rektorin der Doktorandin im persönlichen Gespräch mitteilen wollen.

«Rascher abgewickelt»

In Zukunft will es die Uni besser machen. «Eine betroffene Person soll eine Ansprechperson innerhalb der Universität haben, die sich der Sache annimmt, das Verfahren eng begleitet und sich regelmässig mit der Person austauscht», sagt Geering. Damit solle gewährleistet werden, dass die Person jederzeit wisse, wie weit das Verfahren fortgeschritten sei. Zudem müssten solche Verfahren «rascher abgewickelt werden, weil die Belastung für alle am Verfahren Beteiligten gross ist».

Bis Herbst überarbeitet die Universität Basel nun ihr Reglement über den Schutz vor sexueller Belästigung. Laut Matthias Geering hat das Verfahren gegen den Professor gezeigt, dass «Verbesserungen möglich» sind. In einem Mail an die Doktorandin spricht er von «verschiedenen Mängeln des Reglements». Wie die «Basellandschaftliche Zeitung» berichtet, zieht die Uni-Leitung auch weitere Änderungen in Betracht – so zum Beispiel, dass das Reglement um die Themen Mobbing und Rassismus erweitert wird.

Gleichzeitig holt die Uni beim Datenschutzbeauftragten des Kantons Basel-Stadt ein Rechtsgutachten ein, das die Frage des Persönlichkeitsschutzes der angeschuldigten Personen und die damit verbundene öffentliche Kommunikation von Massnahmen klären soll.

(Redaktion Tamedia)

Erstellt: 26.02.2019, 12:14 Uhr

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