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Werden wir im Alter konservativ?

Ich habe das Abstimmungsverhalten von vier Generationen in der Schweiz über 30 Jahre verfolgt. Die faszinierende Erkenntnis.

Verändert sich unser politisches Profil, wenn wir mehr Verantwortung übernehmen, uns um eine eigene Familie sorgen müssen oder sich unser Lebenskreis zu schliessen beginnt? Statt bloss über diese alte Frage zu spekulieren, habe ich in einer neuen Studie* das Abstimmungsverhalten von vier Generationen in der Schweiz über 30 Jahre verfolgt. Im Zentrum der Untersuchung stehen Abstimmungen zur Migrationsthematik. Die Einstellung zu Fremden ist heute die Kernfrage der politischen Identität – die aktuelle Flüchtlingsdebatte zeigt es einmal mehr.

Die faszinierende Erkenntnis: Drei der vier untersuchten Jahrgangsgruppen sind sich in ihrer Einstellung zu Fremden treu geblieben. Nur eine hat eine markante konservative Wende vollzogen. Zu den Treuen gehört die älteste der untersuchten Generationen. Diese aus den Zwischenkriegsjahrgängen 1926 bis 1940 gebildete Jahrgangsgruppe stand schon vor dreissig Jahren für eine konservative Migrationspolitik ein und macht es heute im fortgeschrittenen Alter nicht anders. Auch die Nachkriegsgeneration der zwischen 1941 und 1955 Geborenen ist sich mit ihrer mittleren Position zwischen Öffnung und Abgrenzung treu geblieben. Es ist die Jahrgangsgruppe von 1956 bis 1970, die eine markante Wende vollzogen hat. Einst war dies die progressivste aller Generationen, heute stimmt sie etwas konservativer als der Schnitt.

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