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Uri erklärt seinen Bevölkerungsschwund

Als einziger Kanton hat Uri im letzten Jahr einen Rückgang der Wohnbevölkerung verzeichnet. Der Urner Staatsschreiber nennt die Neat als Grund. Schon in wenigen Jahren könnte der Kanton aber stark wachsen.

Alles in allem bleiben die Urnerinnen und Urner ihrem Kanton treu: Ein Urner studiert in Altdorf die Resultate der Landratswahlen. (11. März 2012)
Alles in allem bleiben die Urnerinnen und Urner ihrem Kanton treu: Ein Urner studiert in Altdorf die Resultate der Landratswahlen. (11. März 2012)
Keystone

Während die Bevölkerung 2011 in den Nachbarkantonen Schwyz (0,8 Prozent) und Glarus (1,6 Prozent) wuchs, nahm sie in Uri um 0,1 Prozent ab. Dieser Bevölkerungsrückgang entspricht aber nur 41 Personen, erklärt Roman Balli gegenüber Redaktion Tamedia.

Der Urner Kanzleidirektor (Staatsschreiber) vermutet, dass ein Grossereignis die Zahlen verzerrt hat: Im Mai 2011 gingen die Arbeiten für den Vorschub des Gotthardtunnels zu Ende. 280 Arbeiter haben daraufhin den Kanton verlassen. Es habe sich vornehmlich um Ausländer gehandelt, die teilweise seit vier Jahren im Kanton gemeldet waren. Das Bundesamt für Statistik zählt zur «ständigen Wohnbevölkerung», wer seit einem Jahr an einem Ort angemeldet ist.

Rechnet man den Effekt der Neat-Baustelle heraus, ergibt sich ein Zuwachs der Bevölkerung von bis zu 0,5 Prozent. Gesamtschweizerisch würde Uri damit immer noch zu den Kantonen mit dem kleinsten Bevölkerungswachstum gehören, läge aber immerhin gleichauf mit Bern.

Kanton stemmt sich gegen Abwanderung

«Wir vom Kanton sind eigentlich davon ausgegangen, dass wir die Abwanderung gestoppt haben», sagt Balli denn auch. Dafür habe man in den letzten Jahren einiges unternommen. 2006 und 2009 hat Uri die Steuern gesenkt; gemäss Balli «in erster Linie, um die Einheimischen zu halten». Der Kanton gehört nun zu den steuergünstigsten. Die billigeren Tarife wirkten aber erst seit 2011 voll. Es sei deshalb noch verfrüht, zu beurteilen, ob die Massnahme auch eine nennenswerte Zahl von Neuzuzügern anlockt.

Der Kanton war auch beim Verkehr und der Raumplanung aktiv. «Wir haben die Pendlerverbindungen in die Nachbarkantone verbessert», erklärt Balli. Insbesondere Luzern sei mit der neuen Buslinie viel besser erreichbar. Und beim Bund haben sich die Urner dafür stark gemacht, dass nach der Eröffnung des neuen Gotthardtunnels einige Züge in Altdorf Halt machen. In der Kantonshauptstadt selber habe man ein grösseres Areal in der Nähe des Bahnhofs für die Überbauung ausgeschieden und vorbereitet. Auch das dürfte es für Leute mit Jobs in Nachbarkantonen attraktiver machen, in Uri zu wohnen.

Wachstum kommt mit Andermatt

Denn nach wie vor seien die Stellen für höher Qualifizierte in Uri dünn gesät, gesteht Balli ein. Das sei auch der Hauptgrund für die Abwanderung von Urnerinnen und Urnern. «Einige bleiben nach dem Studium in Zürich hängen», sagt der Kanzleidirektor. Die meisten ziehe es aber nach Luzern und Zug.

Bei einer Gesamtbevölkerung von 35'381 Personen per Ende 2011 dürften auch in Zukunft Grossprojekte einen grossen Einfluss auf die Bevölkerungsentwicklung haben. Hier steht das in Andermatt im Bau befindliche Resort des ägyptischen Investors Samih Sawiris im Vordergrund. Die Urner Kantonalbank rechnete in einer Studie mit bis zu 3000 Neuzuzügern, die im Rahmen des Projekts längerfristig in Uri wohnen könnten. Das wäre ein Bevölkerungswachstum von fast 8,5 Prozent.

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