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Varone bleibt Polizeikommandant

Trotz der Verurteilung in der Türkei behält Christian Varone seinen Posten als Kommandant der Walliser Kantonspolizei. Das hat die Regierung entschieden.

Wegen Schmuggels von der türkischen Justiz zu einem Jahr und 15 Tagen Gefängnis auf Bewährung verurteilt: Christian Varone. (Archvibild Keystone)
Wegen Schmuggels von der türkischen Justiz zu einem Jahr und 15 Tagen Gefängnis auf Bewährung verurteilt: Christian Varone. (Archvibild Keystone)

Die vorerst letzte Frage in der Steinaffäre um den Walliser Polizeikommandanten Christian Varone ist geklärt: Der Walliser Staatsrat hat trotz des Urteils in der Türkei die Wiedereinsetzung des Kommandanten per 1. April beschlossen.

Varone war am 19. März in der Türkei zu einem Jahr und 15 Tagen Gefängnis unter Aufschub verurteilt worden. Das Gericht befand Varone einzig des versuchten Diebstahls von Kulturgut für schuldig. Es sprach zudem eine Busse von 500 türkischen Lire aus, was umgerechnet 260 Schweizer Franken entspricht. Das Urteil hat keine strafrechtlichen Folgen.

Nun entschied die Walliser Regierung, dass die Affäre auch die berufliche Zukunft von Varone nicht tangieren wird, wie die Staatskanzlei heute mitteilte. Varone hatte ursprünglich wegen seines Staatsratswahlkampfs als Polizeikommandant eine Auszeit genommen. Varone war nach seinem schlechten Abschneiden beim ersten Wahlgang nicht mehr angetreten.

Entscheid auf Aussagen des Anwalts gestützt

«Den Entscheid der Wiedereinsetzung stützen wir auf die uns vorliegenden Informationen, die uns vom Anwalt Christian Varones gegeben wurden», sagte Staatsrätin Esther Waeber-Kalbermatten.

«Nach unseren Informationen wird nichts in das Strafregister von Herrn Varone eingetragen werden – weder in der Türkei noch in der Schweiz. Zudem wissen wir von keinerlei Beschwerden, was Varones Tätigkeit als Polizeikommandant anbelangt», sagte die Vorsteherin des Walliser Departements für Sicherheit, Sozialwesen und Integration weiter. Die Regierung selbst hat das Urteil aus der Türkei noch nicht erhalten.

Zeit zum Nachdenken

Laut Waeber-Kalbermatten war Varone nach dem Urteil vom Staatsrat aufgefordert worden, schriftlich zum Urteil und dessen Auswirkungen auf seine berufliche Zukunft Stellung zu nehmen. Er habe sich darin entschlossen gezeigt, die Führung der Walliser Kantonspolizei wieder zu übernehmen.

Nach dem ersten Wahlgang der Staatsratswahlen vom 3. März hatte Varone nicht ausgeschlossen, dass er sich beruflich neu orientieren werde. Verschiedene Medien spekulierten bereits über einen Wechsel Varones in die Privatwirtschaft. Er sagte damals, er brauche Zeit zum Nachdenken.

Drei Gutachten

Die Affäre Varone hatte am 27. Juli 2012 ihren Anfang genommen, als er in der Türkei festgenommen wurde. Bei der Ausreise hatten Flughafenbeamte in seinem Gepäck einen Stein gefunden. Der 49-Jährige sass fünf Tage in Untersuchungshaft, bevor er in die Schweiz zurückreisen durfte.

Der Polizeikommandant wurde wegen versuchten Diebstahls antiker Kulturgüter angeklagt. Der Prozess gegen ihn wurde dreimal nach wenigen Minuten vertagt. Zum Stein wurden drei Gutachten verfasst.

Während die ersten beiden Expertisen zu gegensätzlichen Schlüssen kamen, bezeichnete ein drittes Papier den Stein als antikes Säulenfragment und damit als «schutzwürdiges bewegliches Kulturgut, das als Staatsbesitz gilt».

Im dritten Bericht wird der Marmorstein als 22 cm lang, an der breitesten Stelle 17 cm breit und 10 cm dick beschrieben. Bearbeitung und Ornamente würden auf eine der oberen Ecken eines korinthischen Kapitells aus der Römerzeit hinweisen.

Wahl in Walliser Regierung nicht geschafft

Trotz der Anklage in der Türkei trat Christian Varone auch zu den Staatsratswahlen im Wallis an. Seine Partei, die FDP, hatte zuvor ausdrücklich an ihrem Kandidaten festgehalten. Nachdem Varone im ersten Wahlgang jedoch schlecht abgeschnitten hatte, wurde er durch Léonard Bender ersetzt. Auch ihm gelang die Wahl im zweiten Durchgang vom 18. März nicht.

SDA/rub

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