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Vater missbrauchte zwölfjährige Tochter

Einen äusserst krassen Fall von Inzest hat das Ausserrhoder Kantonsgericht zu beurteilen.

Vor den Gerichtsschranken stand heute ein 56-jähriger Mann, der seine zwölfjährige Tochter ein Jahr lang systematisch aufs Schwerste missbraucht hatte. Der Mann hatte nahezu an jedem Wochenende Geschlechtsverkehr mit dem Kind und führte es in alle erdenklichen Praktiken ein. Ausserdem hatte er Kinderporno-Filme heruntergeladen und einen Brutalo-Film importiert. Der Täter legte ein umfassendes Geständnis ab. Das Urteil steht noch aus.

Aufgeflogen war der Fall von Blutschande, als der Vater einer Freundin des Opfers 2007 die Ausserrhoder Polizei um Rat fragte, da das Mädchen aus dem Elternhaus fliehen wollte. Nach anfänglichem Leugnen gestand der der Vater.

Gegenleistung

Weil er impotent gewesen sei, habe seine Ehefrau sich einen Freund zugelegt und sei jedes Wochenende weggegangen. Er sei mit Beruf, Hausarbeit und finanziellen Problemen überfordert gewesen. Er habe seine Tochter gefragt, ob sie als Gegenleistung für seine Aufwendungen für ihre Kleider und ihr Handy bereit sei, Sex mit ihm zu haben und habe sich ein Potenz steigerndes Mittel besorgt.

Der Vater habe sie jeweils zu sich bestellt, sagte das Mädchen aus. Gewalt habe er nicht angewendet; das sei wegen seiner körperlichen Überlegenheit auch nicht nötig gewesen.

Die Anklage fordert eine unbedingte Freiheitsstrafe nicht unter drei Jahren und eine Therapie. Diese Mindeststrafe dürfe nur bei Vorliegen von gewichtigen Strafmilderungsgründen ausgesprochen werden. Das wäre der Fall, wenn im psychiatrischen Gutachten eine stark verminderte Schuldfähigkeit attestiert würde. Bei diesem Strafrahmen ist eine bedingte Strafe ausgeschlossen.

Vergewaltigungen

Die Anwältin des Opfers bezeichnete die Taten als Vergewaltigungen und forderte eine Freiheitsstrafe über drei Jahren. Das Gutachten, in dem eine leicht verminderte Zurechnungsfähigkeit und psychische Labilität festgestellt wurden, bezeichnete sie als unglaubwürdig.

Der Verteidiger des Angeklagten plädierte für eine bedingte Strafe von zwei Jahren und eine ambulante Psychotherapie. Die Taten seien tragisch und keine Bagatellen. Das Leben der Familie sei zerstört. Der Vater möchte das Ganze ungeschehen machen.

Den Inzest erklärte der Verteidiger mit der schwierigen Jugend das Täters in zerrütteten Familienverhältnissen. Sein grösster Wunsch sei eine intakte Familie gewesen. Der Mann sei unfähig, über seine Gefühle zu sprechen.

Verliebt

Den Antrag auf eine bedingte Strafe begründete der Verteidiger mit den Unterhaltszahlungen für die Familie. Die Mutter ist inzwischen mit beiden Töchtern in ihr Heimatland geflohen. Wenn der Mann im Gefängnis sei, könne er diesen Verpflichtungen nicht mehr nach kommen. Der Mann ist arbeitslos, er verlor wegen der Tat seinen Job.

Vor Gericht stand ein reumütiger Täter: «Es war der grösste Fehler meines Lebens,» sagte er. «Ich habe mich in meine Tochter verliebt und meine sexuelle Lust mit ihr ausgelebt. Es ist alles ein wenig ausser Kontrolle geraten. Ich konnte keinen Riegel mehr schieben.»

SDA/vin

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