«Die Frauen können mithelfen, das Problem zu lösen»

Das VBS will den Frauenanteil in der Armee erhöhen. Bis zu 5000 zusätzliche Soldatinnen sollen rekrutiert werden.

Offiziere bemängeln, dass es zu wenig Frauen in der Armee hat. (Archiv)

Offiziere bemängeln, dass es zu wenig Frauen in der Armee hat. (Archiv) Bild: Keystone

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50 Prozent der Schweizer Bevölkerung sind Frauen. Der Anteil Frauen in der Schweizer Armee liegt bei 0,7 Prozent; das sei ein «krasses Missverhältnis», sagt Bundesrätin Viola Amherd in einem Interview mit der «Rundschau».

Die Verteidigungsministerin will das Thema nun vorantreiben. Im VBS werde derzeit ein Konzept erarbeitet; unter anderem sollen Informationsanlässe an Schulen stattfinden, an denen man «gezielt auch Frauen mitschickt, damit Frauen auch Frauen als Ansprechpartnerinnen haben», erläutert Amherd.

Das SRF-Magazin berichtete über ein bisher unveröffentlichtes 5-Punkte-Programm der Schweizerischen Offiziersgesellschaft zur Frauenförderung. Nebst den Infoanlässen an Schulen sieht das Programm eine gezielt an Frauen gerichtete Informationsoffensive und Medienkampagne vor; man wolle die Frauen für die sicherheitspolitischen Belange sensibilisieren, heisst es.

Der monetäre Reiz fehlt auch nicht: Von einer attraktiven Antrittsprämie oder Ausbildungsgutschriften speziell für Spezialistinnen ist die Rede. Zudem schlagen die Offiziere vor, Frauen, die Militärdienst leisten, ein neues Diplom und Zertifikat auszuhändigen.

Frauen könnten Bestandesproblem lösen

Auch der freiwillige Orientierungstag wird überdenkt. Geplant ist ein kantonales Pilotprojekt mit einem obligatorischen Orientierungstag für Frauen. Zudem sollen die Anlässe für Frauen gesamtschweizerisch koordiniert sowie attraktiver und verbindlicher gestaltet werden.

Der Militärdienst könne auch für Frauen interessant sein, eine militärische Karriere zu machen, und es würde ganz sicher auch der Armee mehr bringen, sagt Amherd. «Es ist nicht nur in der Wirtschaft so, dass gemischte Teams bessere Leistungen bringen.»

Härtetest Rekrutierung: Diese 24-Jährige will in die Schweizer Armee. (Video: Lea Koch und Anja Stadelmann)

Man habe die Frauenförderung bisher verschlafen, sagt der Präsident der Schweizerischen Offiziersgesellschaft, Stefan Holenstein, gegenüber SRF. Deshalb wolle man in den nächsten Jahren zwischen 3000 und 5000 Frauen für die Armee gewinnen. Die Armee habe ein Bestandesproblem, «und die Frauen können mithelfen, das zu lösen.»

Weniger Militärdiensttaugliche wegen Armeereform

2018 haben sich 397 Frauen freiwillig der Rekrutierung gestellt. 272 wurden als militärdiensttauglich beurteilt, 34 als schutzdiensttauglich und 31 als medizinisch untauglich. 12 Frauen wurden zurückgestellt, weitere 48 sind entweder nicht eingerückt oder haben ihr Gesuch zurückgezogen.

Insgesamt wurden 2018 in den sechs Rekrutierungszentren 31’411 Stellungspflichtige beurteilt. Das sind über 5000 weniger als im Jahr zuvor. Statt 25’000 wie im Jahr zuvor waren weniger als 22’000 militärdiensttauglich. Ein Grund dafür ist die Armeereform WEA, die einen flexiblen RS-Start bis 25 Jahre ermöglicht. Die Armee rechnet mit einer Stabilisierung in den nächsten Jahren.

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(nag/Mit Material der SDA)

Erstellt: 03.04.2019, 15:09 Uhr

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