Zum Hauptinhalt springen

VBS-Mitarbeiter verdiente mehr als ein Bundesrat

Eine halbe Million Franken pro Jahr: Ein IT-Berater des Verteidigungsdepartements verdiente zehn Jahre lang mehr als Departementschef Ueli Maurer.

Bezahlt seine Departementsmitarbeiter gut: Ueli Maurer (rechts) mit Armeechef André Blattmann bei einem Militäranlass in Appenzell. (25. Oktober 2013)
Bezahlt seine Departementsmitarbeiter gut: Ueli Maurer (rechts) mit Armeechef André Blattmann bei einem Militäranlass in Appenzell. (25. Oktober 2013)
Keystone

Nach den Diskussionen um die grosszügige Abgangsentschädigung für Ex-VBS-Chef Ulrich Appenzeller sorgt die Lohnpolitik im Verteidigungsdepartement schon wieder für Schlagzeilen. Laut einem Bericht der «Sonntagszeitung» verdiente ein IT-Berater während rund zehn Jahren eine halbe Million pro Jahr, 1800 Franken pro Tag. Und dies, ohne dass sein Job je ausgeschrieben worden sei. Damit verdiente der einfache Berater mehr als der Armeechef oder VBS-Chef Ueli Maurer.

Als Maurer 2010 nach Beschaffungs-Skandalen in seinem Departement reinen Tisch zu machen versprach, setzten seine Untergebenen zusammen mit einer privaten Firma zu einem Vertuschungsmanöver an. Der Berater sollte aus einer speziellen Reserve bezahlt, sein Vertrag unter den Vereinbarungen für ein Grossprojekt versteckt werden. So erhielt er auch nach 2010 über 400’000 Franken. Die Verantwortung trägt Armeechef André Blattmann. Er war über die fragwürdigen Vorgänge unterrichtet und schritt nicht ein.

Der Fall zeigt, dass es im Beschaffungswesen des Bundes seit dem Schlamassel von 2010 nicht besser, sondern schlimmer geworden ist. Es geht um viel Geld: Der Bund gibt für IT-Projekte und Beratungen 1,5 Milliarden Franken pro Jahr aus. «Heute arbeitet man mit grossen Rahmenverträgen, die extrem viel Spielraum dafür lassen, was darunter läuft», sagt FDP-Nationalrat Ruedi Noser gegenüber der «Sonntagszeitung». Das öffne illegalen freihändigen Vergaben Tür und Tor. «Dass der Bundesrat dies zulässt, ist gefährlich. Das Parlament will, dass die Regierung jetzt für Ordnung sorgt», so Noser.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch