Veganer wehren sich gegen Armee-Ausschluss

Seit 2008 gilt die Empfehlung, dass Veganer im Schweizer Militär für dienstuntauglich befunden werden. Die Vegane Gesellschaft kämpft dagegen an.

Wird im Militär bald auch vegan gekocht? Ein Soldat der Schweizer Armee brät Fleisch in der mobilen Küche auf dem Waffenplatz in Thun. (12. Juni 2013)

Wird im Militär bald auch vegan gekocht? Ein Soldat der Schweizer Armee brät Fleisch in der mobilen Küche auf dem Waffenplatz in Thun. (12. Juni 2013) Bild: Christian Beutler/Keystone

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Veganer wollen in der Schweiz Militärdienst leisten können. Dies fordert die Vegane Gesellschaft Schweiz. Im vergangenen Jahr sind in der Schweiz 25 Veganer für dienstuntauglich erklärt worden.

«24 heures» hatte zuvor über den Fall eines Veganers berichtet, der angeblich unbedingt Militärdienst leisten will. Er habe deshalb gegen seine Untauglichkeit rekurriert. Ein Rekurs, der allerdings chancenlos sein dürfte.

Empfehlung seit 2008

Als Grund für die Untauglichkeitsbescheinigung gebe das Schweizer Militär an, dass es nicht möglich sei, einen vegan lebenden Wehrdienstpflichtigen ausreichend und gut zu ernähren. Als weiterer Grund werde die Weigerung angegeben, Stiefel aus Leder zu tragen, schrieb die Vegane Gesellschaft.

Tatsächlich wird seit 2008 empfohlen, dass Veganer vom Militärdienst ausgeschlossen werden, wie Armeesprecher Daniel Reist der Nachrichtenagentur sda sagte. Zu den genauen Gründen äusserte er sich nicht. Die Schuhe jedenfalls seien kein Problem: Der Betroffene könne auf eigene Rechnung Kunststoffschuhe erwerben und im Militärdienst tragen. Ein Rekurs sei in diesem Fall chancenlos.

«Im Normalfall» untauglich

Veganer, die sich nachweislich über längere Zeit vegan ernährten und auch so lebten, würden im Normalfall für nicht tauglich erklärt, sagte Armeesprecher Daniel Reist. Das werde so in der sogenannten «Nosologia Militaris» empfohlen. Dort seien alle Fälle aufgeführt, die einen Militärdienst unmöglich machen, wie zum Beispiel Rückenbeschwerden, Allergien oder epileptische Anfälle.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 25 Veganer für untauglich erklärt. Allerdings seien dafür zum Teil auch noch andere Gründe ausschlaggebend gewesen, sagte Reist. Bei Menschen mit anderen Ernährungsformen wie zum Beispiel Vegetariern oder Muslimen könne hingegen durchaus ein Kompromiss gefunden werden.

Vegane Gesellschaft reicht Hand zur Mitarbeit

Die Vegane Gesellschaft Schweiz weist darauf hin, dass in Zusammenarbeit mit ihrer Bildungspartnerin EduChefs.ch die Profigastronomie in veganer Küche geschult werde. Dabei werde explizit auch auf die Anforderungen in der Systemgastronomie und in Grossküchen eingegangen, wie zum Beispiel Militärkantinen.

«Wir bieten dem Schweizer Militär gerne Hand bei der Einführung ausgewogener veganer Gerichte in den entsprechenden Kantinen», heisst es in der Mitteilung der Gesellschaft. Vegan sollte heutzutage in der gesamten Schweiz alltagstauglich umsetzbar sein. Eine Fülle an innovativen veganen Produkten im Detail- und Grosshandel und ein kontinuierlich steigendes kulinarisches Angebot in der Gastrobranche bestätigten dies.

Die Zahl vegan lebender Menschen habe sich in den letzten zehn Jahren von 20'000 auf 80'000 vervierfacht und die Tendenz sei weiter steigend. Dem solle die Schweiz Rechnung tragen. (dia/sda)

Erstellt: 27.01.2016, 17:39 Uhr

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