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Vergewaltigung im WK – Militärjustiz ermittelt

Eine Soldatin soll vergangene Woche von mehreren Kameraden im Rahmen eines Wiederholungskurses in Cortaillod NE sexuell missbraucht worden sein.

Silvia Schenker, die Sprecherin des Oberauditorates, bestätigt einen Bericht der Westschweizer Zeitung «Le Matin». Das Verfahren sei wegen «angeblichen Übergriffen auf eine weibliche Angehörige der Armee» eröffnet worden, sagte sie.

Ins Spital eingewiesen

Weitere Angaben zu der Frau machte Schenker aus Gründen des Opferschutzes nicht. Die Armeeangehörige wurde in schlechtem gesundheitlichen Zustand in ein Spital eingewiesen. Ob sie das Krankenhaus wieder verlassen konnte, gaben die Behörden aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht bekannt.

Das Verfahren wurde laut Schenker auf Verlangen des Kommandanten des Stabes Spitalbataillon 2, eingeleitet. Dessen Wiederholungskurs endete am Freitag. Die rund 100 Armeeangehörigen aus der Westschweiz und aus dem Tessin wurden noch im Dienst von der Militärjustiz einvernommen.

Wann genau es zu den Übergriffen gekommen und wie viele Armeeangehörige daran beteiligt gewesen sein sollen, wollte Schenker nicht sagen. Auch über die Umstände des Vorfalls gab sie nichts bekannt. Die Fall wurde einem militärischen Untersuchungsrichter übergeben.

Laut dem Zeitungsbericht sollen sich die Übergriffe nach einer abenlichen Beizentour ereignet haben. Dabei soll reichlich Alkohol geflossen sein.

Das Dienstreglement der Armee enthält keine speziellen Massnahmen betreffend weibliche Armeeangehörige. «Es gibt keine Regeln, um Frauen besonders zu schützen», sagte Jean-Luc Piller, Kommunikationschef Heer, gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.

Eigene Schlafräume

Frauen stünden alle Funktionen in der Armee offen, sagte Piller. Die Kompaniekommandanten seien aber gehalten, Frauen im Dienst eigene sanitäre Anlagen und Schlafräume zur Verfügung zu stellen. In Wiederholungskursen arbeiteten Frauen und Männer aber gemeinsam.

Ob die geltend gemachten Übergriffe in Cortaillod der erste Vorfall dieser Art in der Armee sind, gaben die Militärbehörden nicht bekannt. Die ersten gemischten Rekrutenschulen gab es 1995 bei den Transporttruppen. Anfang 2008 gehörten 1010 Frauen zur Armee.

AP/mma

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