Video zeigt die Absturzstelle der F/A-18

In ersten Aufnahmen sind die Wrackteile des im Sustengebiet abgestürzten Kampfjets und ein schwarzer Gebirgsgrat zu sehen.

Hinter Tierberg: Die Absturzstelle im Sustengebiet im Video. (Quelle: SRF/TA)

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Beim Absturz eines F/A-18-Kampfjets im Sustengebiet ist der Pilot ums Leben gekommen. Der Berufsmilitärpilot wurde am Mittwochmorgen an der Absturzstelle «zweifelsfrei identifiziert», wie das Verteidigungsdepartement (VBS) mitteilte.

Beim Opfer handelt es sich um einen 27-jährigen Piloten der Schweizer Luftwaffe, wie das VBS weiter schreibt. Weitere Angaben zum Piloten machte das VBS aus Rücksicht auf die Angehörigen nicht. Filmaufnahmen zeigen nun die Unglücksstelle. Wrackteile des Kampfjets sind auf beiden Seiten des Gebirgsgrats im Sustengebiet zu sehen.

Die Absturzstelle liegt auf über 3000 Metern über Meer in einem Bergkessel mit Schnee- und Gletscherflächen und steilen Felswänden. Gebirgsspezialisten der Armee sowie mehrere Helikopter der Luftwaffe, der Kantonspolizei Zürich sowie der Rega standen im Einsatz.

In den kommenden Tagen sollen die Wrackteile aus dem hochalpinen Gelände geborgen werden. Die Absturzstelle bleibt bis zum Abschluss der Arbeiten für Berggänger gesperrt. Zudem gilt eine Flugverbotszone direkt über dem Gebiet.

Untersuchung von mehreren Monaten

Von Interesse sind die aufgefundenen Flugzeugteile vor allem für die Militärjustiz, welche die Unfalluntersuchung leitet. Diese können unter Umständen Aufschluss über die Absturzursache geben.

Weitere wichtige Hinweise erhoffen sich die Ermittler von der Blackbox. Ob und in welchem Zustand diese gefunden werden kann, ist derzeit noch offen. «Die Bergung der Flugzeugüberreste gestaltet sich aufgrund der Situation vor Ort sehr schwierig», sagte Tobias Kühne, Sprecher der Militärjustiz, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Kühne rechnet damit, dass die Untersuchungen mehrere Monate dauern können. «Derzeit laufen die Ermittlungen in alle Richtungen.»

Absturz der F/A-18: Was bisher geschah (31. August 2016; Lea Koch) (spu/SDA)

Erstellt: 31.08.2016, 18:27 Uhr

Flugunfälle der Schweizer Luftwaffe


  • Die Schweizer Luftwaffe hat seit 1941 rund 400 Flugunfälle mit über 350 Todesopfern registriert. Nachfolgend ein Überblick über schwere Unglücke der letzten 20 Jahre.



  • 9. Juni 2016: Ein F5-Kampfflugzeug der Patrouille Suisse stürzt in der Nähe des Militärflugplatzes Leeuwarden in den Niederlanden ab. Der Pilot kann sich mit dem Schleudersitz retten.



  • 14. Oktober 2015: Eine zweisitzige F/A-18 stürzt im gemeinsamen Trainingsraum mit Frankreich bei Glamondans (Département Doubs, Frankreich) ab. Der Pilot hat überlebt.


  • 23. Oktober 2013: Im Raum Alpnachstad im Kanton Obwalden zerschellt eine zweisitzige F/A-18 am Lopper. Der Pilot und sein Passagier, ein Arzt des Fliegerärztlichen Instituts, werden getötet.


  • 12. November 2002: Ein PC-7 kollidiert bei Bonaduz GR mit dem Seil der Luftseilbahn Rhäzüns-Feldis. Zwei Milizoffiziere kommen ums Leben.


  • 12. Oktober 2001: Beim Absturz eines Alouette-III-Helikopters oberhalb von Montana VS nach der Kollision mit einem Kabel kommen alle vier Insassen ums Leben.


  • 25. Mai 2001: Bei einem Grenzüberwachungsflug touchiert ein Alouette-III-Helikopter bei Delsberg JU ein Kabel und stürzt ab. Der Pilot und drei Grenzwächter werden tödlich verletzt.


  • 14. Oktober 1998: Zwei Trainingsflugzeuge des Typs PC-9 stossen in der Luft zusammen. Während die eine Maschine landen kann, zerschellt die andere bei Oberuzwil SG. Der Pilot stirbt.


  • 7. April 1998: Beim Absturz eines F/A-18-Kampfjets bei Crans VS werden beide Insassen getötet. Als Ursache wurde eine räumliche Desorientierung des Piloten angenommen.


  • 12. November 1997: Ein Pilatus-Porter PC6 stürzt bei schlechtem Wetter in der Nähe von Boltigen BE ab. Der Pilot und vier Soldaten sterben.


  • 20. März 1997: Eine Mirage III RS stürzt bei einem Aufklärungsflug im Raum Ste-Croix VD ab. Der Pilot kommt ums Leben.


  • 4. Juli 1996: Ein Kampfjet Tiger F-5E bohrt sich in Schänis SG nach einem unbeabsichtigten Schleudersitzabschuss in den Boden. Der Pilot überlebt.

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