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«Vilicht chömer chli umemache»

Pädosexuelle sollten Kinder im Internet nicht mehr ungestraft ansprechen dürfen, fordern Politiker. Doch Fachleute warnen vor einem Grooming-Verbot.

Unterhaltungen mit Jugendlichen im Internet bekommen schnell einen sexuellen Charakter: Mann am Chatten. Foto: Plainpicture, Fancy Images
Unterhaltungen mit Jugendlichen im Internet bekommen schnell einen sexuellen Charakter: Mann am Chatten. Foto: Plainpicture, Fancy Images

italiano_m: hoi, zwäg?ramona13: hoi. jo. du?italiano_m: ja. vo wo bisch? wie alt?ramona13: bi 13. du?italiano_m: ups. 28. schlimm?ramona13: bö..italiano_m: vo wo bisch?

Dieses Gespräch hat im vergangenen Jahr in einem Schweizer Onlineforum für Teenager stattgefunden. Hinter «ramona13» verbirgt sich ein Ermittler der Koordinationsstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (Kobik). «Italiano_m» ist ein pädosexuell veranlagter Internetnutzer. Solche Begegnungen spielen sich in Kinderchats oder sozialen Netzwerken täglich ab. Pädosexuelle Erwachsene nutzen die vermeintliche Anonymität im Netz und sprechen dort Kinder an. «Kinder und Jugendliche, die in einem Chatroom für unter 15-Jährige chatten, werden durchschnittlich nach drei Minuten sexuell angemacht», sagt Chantal Billaud, Kriminologin und ­stellvertretende Geschäftsleiterin der Schweizerischen Kriminalprävention (SKP). Dieses Anbandeln, das Aufbauen eines Vertrauensverhältnisses, um das Kind später sexuell auszubeuten, heisst Cyber-Grooming. «Häufig bekommen die Gespräche einen sexuellen oder sogar pornografischen Charakter», sagt Billaud. Die Täter gewöhnten die Kinder an sexuelle Grenzüberschreitungen, indem sie über Sex sprächen oder ihnen pornografische Bilder zeigten. Für einige Pädosexuelle wird das sexuelle Verlangen so gestillt. Andere versuchen, das Kind zu einem Treffen zu überreden.

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