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Volle Schweizer Agenda für den Dalai Lama

Unterweisungen, Initiationen und Vorträge: Der Dalai Lama weilt ab kommendem Wochenende für fünf Tage in der Schweiz. Zu einem Treffen mit dem Bundesrat kommt es aber nicht.

Wie ein Rockstar: Der Dalai Lama in Zürich bei seinem letzten Schweiz-Besuch 2010.
Wie ein Rockstar: Der Dalai Lama in Zürich bei seinem letzten Schweiz-Besuch 2010.
Keystone

Das geistige Oberhaupt der Tibeter, der Dalai Lama, ist kommenden Samstag und Sonntag in der Schweiz. Zu einem Treffen mit dem Bundesrat kommt es auch diesmal nicht, dafür empfangen Parlamentarier das geistliche Oberhaupt der Tibeter, darunter Nationalratspräsidentin Maya Graf (Grüne).

Nationalrat und Mitglied der parlamentarischen Gruppe Tibet, Robert Cramer (Grüne), freut sich über den Besuch des Dalai Lamas: «Wir werden das eher aussergewöhnliche Treffen nutzen, um vom Dalai Lama informiert zu werden. Er muss wissen, dass eine Gruppe von Parlamentariern, in der alle Fraktionen vertreten sind, ihn unterstützt», sagte der Genfer der Nachrichtenagentur sda.

Kritik an Bundesrat

Das Verhalten der Regierung zeuge nicht gerade von viel Mut, sagte Cramer. Als Land mit der grössten Anzahl an Exil-Tibetern ausserhalb Asiens dürfte sich die Schweiz seines Erachtens mehr für die Einhaltung der Menschenrechte einsetzen.

Das findet auch Doris Fiala (FDP), ebenfalls Mitglied der parlamentarischen Gruppe Tibet. Staatschefs wie US-Präsident Barack Obama oder die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hätten den Dalai Lama ebenfalls empfangen, sagte die Nationalrätin. Seit 1991 ist der Dalai Lama viermal von Bundesratsmitgliedern empfangen worden, zuletzt vor acht Jahren.

EDA: «Bundesrat hat keine Anfrage erhalten»

Konfrontiert mit dieser Kritik antwortete das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA), dass «die Tatsache, dass kein Mitglied des Bundesrats den Dalai Lama dieses Jahr persönlich treffen wird» nicht auf einen Entscheid zurück gehe. «Der Bundesrat hat keine diesbezügliche Anfrage erhalten», hielt das EDA fest.

EDA-Sprecher Jean-Marc Crevoisier hatte vor rund zwei Monaten zudem gesagt, die Schweiz habe die Exilregierung nicht anerkannt. Aus Schweizer Sicht sei Tibet eine autonome Region innerhalb Chinas. Diese Begründung ist neu. In früheren Fällen hatte die Regierung jeweils geltend gemacht, es sei aus terminlichen Gründen nicht möglich, den Dalai Lama zu treffen.

Das EDA schreibt in der schriftlichen Stellungnahme weiter, grundsätzlich seien Bemühungen für die Förderung und Durchsetzung der Menschenrechte in China ein integraler Bestandteil der bilateralen Zusammenarbeit und des politischen Dialogs der Schweiz mit China. Dazu gehörten auch die Rechte der tibetischen Gemeinschaft.

Treffen mit Wissenschaftlern und Studenten

Der Dalai Lama hält sich bei seinem diesjährigen Besuch vor allem in der Westschweiz auf. Eingeladen wurde er von der internationalen buddhistischen Gemeinschaft Rigdzin, der FPC-Tibet-Stiftung und den schweizerischen FPMT-Zentren.

Samstag und Sonntag wird der Friedensnobelpreisträger von 1989 im Forum Fribourg Unterweisungen und Initiationen vornehmen sowie einen öffentlichen Vortrag zum Thema «Religionsübergreifende Ethik» halten. Letzterer ist laut der Website www.dalailama2013.ch bereits ausverkauft.

Am Montag wird sich der Dalai Lama an der Universität in Lausanne mit Wissenschaftlern treffen. An der Universität Bern wird er sich am Dienstag mit Studenten unterhalten. Diese beiden Auftritte sind nicht öffentlich, sie werden aber live im Internet übertragen.

Schliesslich steht am Mittwoch, 17. April, ein Besuch des Tibet-Istituts in Rikon im Zürcher Tösstal auf dem Programm. Während der eineinhalbstündigen morgendlichen Veranstaltung, bei der Kinder im Mittelpunkt stehen, wird der Dalai Lama auch zu den Besuchern sprechen.

(SDA)

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