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Von Glencore bis VCS: So beeinflussen Lobbyisten die Schweizer Politik

Sei es Schadensbegrenzung oder einen politischen Vorstoss in Hinterzimmern aufgleisen: Lobbyisten nehmen in verschiedenen Funktionen Einfluss auf die Bundesverwaltung und auf das Parlament.

Grande Dame. Die Baslerin Marie-Louise Baumann ist ein sicherer Wert für zahlreiche Industriezweige, auch für die Pharma. Sie arbeitet mit profunder Sachkenntnis und höchster Präzision. Seit dem Jahr 2000 ist sie bei Burson-Marsteller, vorher bei der FDP Schweiz und in der Bundeskanzlei. Als ihre Firma aufgrund von Fehlbesetzungen in Turbulenzen geriet, sprang sie als CEO ein. Heute präsidiert sie den Verwaltungsrat.
Grande Dame. Die Baslerin Marie-Louise Baumann ist ein sicherer Wert für zahlreiche Industriezweige, auch für die Pharma. Sie arbeitet mit profunder Sachkenntnis und höchster Präzision. Seit dem Jahr 2000 ist sie bei Burson-Marsteller, vorher bei der FDP Schweiz und in der Bundeskanzlei. Als ihre Firma aufgrund von Fehlbesetzungen in Turbulenzen geriet, sprang sie als CEO ein. Heute präsidiert sie den Verwaltungsrat.
zVg
Detailhändler. Der ehemalige Journalist Martin Schläpfer lebt mit Haut und Haar und einem kompetenten Team im Hintergrund für seine Migros. Nicht nur körperlich hat «der Riese mit dem Schnauz» (NZZ) in der Wandelhalle den Überblick. Kaum ein anderer kennt die zahllosen inoffiziellen Gesprächsrunden auf beiden Seiten des politischen Spektrums besser, weil er überall eingeladen wird.
Detailhändler. Der ehemalige Journalist Martin Schläpfer lebt mit Haut und Haar und einem kompetenten Team im Hintergrund für seine Migros. Nicht nur körperlich hat «der Riese mit dem Schnauz» (NZZ) in der Wandelhalle den Überblick. Kaum ein anderer kennt die zahllosen inoffiziellen Gesprächsrunden auf beiden Seiten des politischen Spektrums besser, weil er überall eingeladen wird.
zVg
Eigenständig. Der Luzerner Fredy Müller leitete zuerst im Bundesamt für Sozialver­sicherungen den Informationsdienst, bevor er für acht Jahre zu Economiesuisse wechselte. Seither baut er sein eigenes Beratungsunternehmen auf. Müller präsidiert die Schweizerische Public-Affairs-Gesellschaft (Spag), in der Lobbyisten von Agenturen, Verbänden und Unternehmen vertreten sind.
Eigenständig. Der Luzerner Fredy Müller leitete zuerst im Bundesamt für Sozialver­sicherungen den Informationsdienst, bevor er für acht Jahre zu Economiesuisse wechselte. Seither baut er sein eigenes Beratungsunternehmen auf. Müller präsidiert die Schweizerische Public-Affairs-Gesellschaft (Spag), in der Lobbyisten von Agenturen, Verbänden und Unternehmen vertreten sind.
Thomas Burla
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Lobbying ist ein Handwerk. Es geht darum den richtigen Leuten im richtigen Moment das richtige Argument in der richtigen Form darzulegen. Nicht banal, denn es bedingt die genaue Kenntnis des Gegenübers und seines Standpunktes.

Eine wichtige Massnahme ist es darum, Vertrauen zu schaffen. Doch das ist besonders dann schwierig, wenn bereits Misstrauen besteht. Lobbying für die SBB ist einfacher als für das Autogewerbe oder die Rohstoffbranche. Der Rohstoffkonzern Glencore organisierte vor einem Jahr im Berner «Bellevue» einen Anlass für Parlamentarier – eine oft zur Bildung von Vertrauen angewandte Massnahme. Der Zürcher FDP­-Nationalrat Ruedi Noser motivierte Glencore dazu. Schon Wochen vorher freute sich die Zürcher SP-Nationalrätin Jacqueline Badran über die Einladung. Am Anlass blieb hingegen unerwähnt, was Badran am meisten interessierte: Wie viel Steuern zahlt Glencore eigentlich in der Schweiz? Von Badran gefragt, gab Glasenberg offen zu: Glencore zahlt keine Steuern. «Zero.» Glencore profitiere von Steuergutschriften im Zusammenhang mit dem Börsengang. Eilig wurde ein Faktenblatt zum Thema erstellt und am Tag darauf in der Wandelhalle verteilt. Den Schaden minimieren, war plötzlich wichtiger als Vertrauen schaffen.

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