Vorwürfe gegen Huonder werden fallen gelassen

Die Staatsanwaltschaft stellt die Ermittlungen gegen den Bischof ein. Der Schwulenverband Pink Cross hatte ihn aufgrund von Äusserungen gegen Homosexuelle angezeigt.

Hat keine Strafverfolgung zu befürchten: Bischof Vitus Huonder. (Archiv)

Hat keine Strafverfolgung zu befürchten: Bischof Vitus Huonder. (Archiv) Bild: Steffen Schmitt/Keystone

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Der Churer Bischof Vitus Huonder hat wegen seiner Äusserungen zur Homosexualität Ende Juli im deutschen Fulda keine Strafverfolgung zu befürchten. Die Staatsanwaltschaft Graubünden stellte ihre Ermittlungen gegen den katholischen Oberhirten ein.

Die Staatsanwaltschaft teilte mit, Huonders Aussagen hätten nicht die für die Tatbestandserfüllung geforderte Eindringlichkeit aufgewiesen, weshalb das Verfahren eingestellt worden sei. Der 73-Jährige war nach seinem Auftritt in Fulda vom Schwulenverband Pink Cross und zwei Privatpersonen angezeigt worden.

Huonder entschuldigte sich in einem Brief

Vitus Huonder wurde in den Anzeigen beschuldigt, öffentlich zu Verbrechen oder zu Gewalttätigkeit aufgerufen zu haben. Seine am letzten Juli-Tag in Fulda verbreitete Ansichten über Ehe und Sexualität führten auch innerhalb des Kreises der Schweizer Bischöfe zu Reaktionen.

Huonder hatte Textstellen aus dem Alten Testament zitiert, wonach Homosexualität eine Gräueltat sei, die mit dem Tod bestraft werde. Der Bischof war nach empörten Reaktionen auf seine Ansichten in der Folge zurückgekrebst. Er entschuldigte sich öffentlich und in einem Brief an 800 Mitarbeitende des Bistums Chur sowie besonders bei «homosexuell empfindenden Menschen».

Genugtuung beim Bischof

Das Bistum Chur teilte in einer Reaktion auf die Einstellungsverfügung mit, die gegen den Bischof erhobenen Vorwürfen hätten sich «erwartungsgemäss als unbegründet erwiesen», was mit Genugtuung zur Kenntnis genommen werde. Das Bistum Chur behält sich eigenen Angaben zufolge vor, nach Eintritt der Rechtskraft auf die Angelegenheit zurückzukommen, frühestens in zehn Tagen.

Bischofssprecher Giuseppe Gracia sagte auf Anfrage, die Klage sei der Versuch gewesen, die Glaubens- und Meinungsfreiheit Andersdenkender unter Strafe zu stellen. Das sei nicht gelungen und gute Nachricht für alle, die es mit der gegenseitigen Toleranz ernst meinten.

Beim Schwulenverband Pink Cross wurde die Einstellungsverfügung der Bündner Staatsanwaltschaft ebenfalls zur Kenntnis genommen. Geschäftsleiter Bastian Baumann sagte auf Anfrage lediglich, allfällige weitere Schritte würden am Montag kommuniziert. (nab/sda)

Erstellt: 09.10.2015, 13:27 Uhr

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