Zum Hauptinhalt springen

Waadtländer Polizei jagt Flüchtlingshelfer

Aktivisten beherbergen in Lausanne Asylsuchende, welche die Schweiz verlassen müssten, und bringen sie in nationale Asylverfahren. Nun ist die Polizei eingeschritten.

Unter dem Schutz des Collectif R: Flüchtlinge in einem Vorlesungsraum an der Universität Lausanne. Foto: Laurent Gillieron (Keystone)
Unter dem Schutz des Collectif R: Flüchtlinge in einem Vorlesungsraum an der Universität Lausanne. Foto: Laurent Gillieron (Keystone)

Léonore Porchet lief der Polizei am Donnerstag direkt in die Arme. «Ich traf die Beamten um 6 Uhr morgens im Haus­eingang. Sie fragten nach meinem Namen. Dann war klar: Sie suchten mich», schildert die Präsidentin der Lausanner Grünen den Vorfall. Die Polizisten hatten einen Durchsuchungsbefehl, beorderten sie zurück in ihre Wohnung, wo sie einen Asylsuchenden vermuteten. Der Mann hatte in einem anderen Staat einen Erstantrag gestellt. Gemäss Dublin-Abkommen wäre er illegal in der Schweiz und müsste dorthin zurück. «Bei mir war er nicht», sagt Porchet nur. Zur selben Zeit überraschte die Polizei Pierre Conscience, Sekretär der Linkspartei SolidaritéS Waadt. Dieser wohnt in einer WG, was die Polizisten gemäss Conscience nicht daran hinderte, auch die Schränke seiner Kollegen zu durchstöbern. Auch bei ihm fanden sie keinen Asylsuchenden. Porchet und Conscience sind verärgert. Sie bezichtigen die Polizei «gezielter Einschüchterungsversuche», nachdem zivile Polizisten jüngst Flüchtlinge auf dem Weg zu einer Benefizveranstaltung zugunsten von Flüchtlingen verhafteten.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.