Wahlsieger Roger Köppel lanciert Toni Brunner

Gerade noch war Heinz Brand der Mann für den zweiten SVP-Sitz im Bundesrat. Nun kommt die «Weltwoche» mit Toni Brunner. Ein Vorschlag, der noch andere Anhänger hat.

Wozu die «Weltwoche» nicht alles dient: Köppel hievt kurzerhand seinen Parteipräsidenten auf die Titelseite.

Wozu die «Weltwoche» nicht alles dient: Köppel hievt kurzerhand seinen Parteipräsidenten auf die Titelseite. Bild: Keystone

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Bereits eine halbe Woche nach seinem grossen Wahltriumph bringt sich Neo-Nationalrat Roger Köppel in die Bundespolitik seiner Partei ein: In der «Weltwoche» lanciert seine Redaktion SVP-Präsident Toni Brunner als «idealen neuen Bundesrat». «Denn der Präsident verkörpert die klare SVP-Linie, die an der Urne überzeugte, bleibt dabei aber stets staatsmännisch und souverän im Auftreten, angenehm im Umgang, gesprächs- und dialogbereit», begründet die Zeitschrift.

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53.8%

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15.4%

5642 Stimmen


Zitiert werden verschiedene Parlamentarier, die Brunners Authentizität, Umgänglichkeit und Verlässlichkeit loben. Verwiesen wird zudem auf Brunners Geschick, das Wachstum in den Kantonen anzukurbeln und die Partei durch ihre schwerste Zeit nach der Abwahl Christoph Blochers aus dem Bundesrat zu steuern. Das Fazit: Das Bundesratsamt sei die logische Krönung der steilen politischen Karriere des Toggenburgers. Gemäss «Weltwoche»-Szenario käme es bei einer Wahl Brunners zu einer kleinen Rochade im Bundesrat: Wegen Ueli Maurers Ambitionen auf das Finanzdepartement würde Brunner das Verteidigungsdepartement übernehmen, «eine Aufgabe, der er durchaus gewachsen wäre».

Brunner selbst lacht herzhaft

Der Artikel reiht sich ein in die immer lauter werdenden Forderungen, der Parteipräsident persönlich solle bei den Bundesratswahlen im Dezember antreten. Während medial über die Wahlchancen von Heinz Brand, Hannes Germann oder Guy Parmelin sinniert wird, bringt die Parteispitze den Präsidenten in Stellung. So sagte auch SVP-Wahlkampfleiter Albert Rösti gestern in der «Rundschau» des Schweizer Fernsehens, Brunner habe «sehr viele Eigenschaften, die ein Kandidat mitbringen sollte. Er ist bodenständig, im Volk verwurzelt und vertrauenswürdig.» Wichtig sei, so Rösti, dass ein Kandidat die Zielsetzungen der SVP in den Bundesrat tragen würde. Als Präsident, so viel ist klar, erfüllt Brunner dieses Kriterium wie kaum ein anderer in der Partei.

Und der Wunschkandidat selbst? Der lacht herzhaft über die Frage, ob die Schweiz ihn dereinst als Bundesrat erleben werde – und beantwortet sie mit Nein:

(Quelle: SRF)

In einem Interview mit der «Schweizer Illustrierten» doppelt er nach: «Bundesrat ist für mich keine Option.» Trotz Brunners Reaktion: Die «Weltwoche» erinnert daran, dass sich der heutige Bundesrat Ueli Maurer 2008 beim Rücktritt von Samuel Schmid ähnlich verhalten habe und schliesslich doch gewählt worden sei.

SVP-Vizepräsident Christoph Blocher bedauert, dass Brunner nicht zur Verfügung stehe. Gleichzeitig nennt er aber auch ein Kandidatenprofil, dem der Toggenburger nicht entsprechen würde. Seine Partei müsse dem Parlament zwei Kandidaten präsentieren, die «nicht anecken», sagte er im «Echo der Zeit». Und weiter: «Pointierte Persönlichkeiten gehören in den Nationalrat.»

Der zweimalige SVP-Bundesratskandidat Jean-François Rime stützt diese Anforderung: «Wir sollten zwei kompromissbereite Kandidaten vorschlagen», sagt er zu Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Einen Welschen zu portieren, hält der Romand jedoch nicht für angezeigt: «Im Bundesrat sitzen bereits vier Vertreter aus der Region Bern, Fribourg und Neuenburg.»

Andere SVP-Exponenten halten sich derweil bedeckt, was den idealen Kandidaten ihrer Partei betrifft. Auch Wahlkampfleiter Rösti wand sich gestern in der «Rundschau»: Nicht anzuecken, bedeute, dass ein Kandidat nebst der thematischen Übereinstimmung mit der Linie der SVP auch «charakterfest und verlässlich gegenüber den Kollegen und dem Parlament» sein müsse.

Erstellt: 22.10.2015, 13:50 Uhr

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