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Was kann der Thurgau gegen die Mafia tun?

Die kalabrische Mafia-Organisation N'drangheta beschäftigt den Grossen Rat im Thurgau. SVP-Kantonsrat Hermann Lei verlangte bei der Regierung einige Antworten.

Ein von Schweizer Ermittlern gefilmte Treffen in Frauenfeld. Foto: PD
Ein von Schweizer Ermittlern gefilmte Treffen in Frauenfeld. Foto: PD

«Was kann der Regierungsrat tun, damit der Thurgau nicht weiterhin Rückzugsgebiet für Mafia-Organisationen ist?» Dies fragte Kantonsrat Hermann Lei (SVP) heute im Grossen Rat nach der Verhaftung zweier mutmasslicher Mafia-Mitglieder aus der Region Frauenfeld.

Einer der in Italien verhafteten Mafia-Leute sei in Frauenfeld Taxifahrer und, sofern es sich um dieselbe Person handle, «pikanterweise bei der Fachstelle Integration als Kontaktperson einer Migrantenorganisation gemeldet», schreibt der Jurist in seiner Anfrage.

Lei verlangt Auskunft darüber, was der Regierungsrat über die angebliche Mafia-Zelle im Kanton Thurgau wisse und was die Regierung tun könne, damit der Thurgau nicht weiterhin Rückzugsgebiet für Mafia-Organisationen sei.

Voraussetzungen für Ausbürgerung

Er will weiter wissen, wie die zuständigen Stellen informiert würden, um gegen Mitglieder krimineller Organisationen - zum Beispiel auch Schweizer Jihadisten - bei gegebenen Voraussetzungen die Ausbürgerung, den Entzug der Aufenthaltsbewilligung und die Ausweisung in die Wege zu leiten.

Die Regierung hat zwei Monate Zeit für eine Antwort. Einfache Anfragen sind mit der Beantwortung durch den Regierungsrat erledigt und werden nicht weiter diskutiert.

Verhaftungen in Süditalien

Bundesanwalt Michael Lauber hatte am Montag in Bern bekannt gegeben, dass die Polizei letzte Woche in der süditalienischen Provinz Reggio Calabria 16 Personen verhaftet habe, darunter zwei Schweizer. Diese sollen mit der kalabrischen Mafia-Organisation N'drangheta in Verbindung stehen.

Die Verdächtigen sollen im Drogen- und Waffengeschäft aktiv sein, allerdings vorwiegend in Italien. Die Gruppe habe seit 40 Jahren im Raum Frauenfeld ihre Basis, sagte der Bundesanwalt. Die Schweiz sei kein mafiöses Land.

SDA/wid

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