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Was Trumps Besuch am WEF bedeutet

Der US-Präsident kommt nach Davos und trifft dort auf Vertreter des Irans. Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Fabian Fellmann
Kommt er auch wirklich? 2018 war Donald Trump als erster US-Präsident seit 18 Jahren in offizieller Mission am WEF. Foto: KEYSTONE
Kommt er auch wirklich? 2018 war Donald Trump als erster US-Präsident seit 18 Jahren in offizieller Mission am WEF. Foto: KEYSTONE

Wann kommt Donald Trump in die Schweiz?

US-Präsident Trump wird für den Auftakt des World Economic Forum (WEF) in Davos am 21. und 22. Januar in die Schweiz kommen. Das hat seine Sprecherin Stephanie Grisham am Mittwoch bestätigt. Neben Trump haben sich seine Tochter und Beraterin Ivanka sowie ihr Ehemann und Nahost-Beauftragter Jared Kushner angemeldet. Die US-Regierung wird weiter durch Finanzminister Steven Mnuchin, Handelsminister Wilbur Ross, Transportministerin Elaine Chao und Arbeitsminister Eugene Scalia vertreten. Beobachter sind trotz der diversen Bekräftigungen Trumps nicht sicher, ob der US-Präsident auch wirklich in Davos erscheinen wird. Offen ist unter anderem, wann das Impeachment-Verfahren gegen ihn beginnt, das ihn von einer Auslandreise abhalten könnte.

Wird Davos zum Krisengipfel, wenn Amerikaner und Iraner einander gegenüberstehen?

Das Potenzial besteht. Nebst Trump hat sich auch der iranische Aussenminister Jawad Sarif angekündigt. Allerdings sind die Erwartungen zu relativieren. Wohl ist es das erste Mal, dass hohe Vertreter der beiden Regierungen an der gleichen Veranstaltung teilnehmen, seit die USA den iranischen General Qassim Soleimani getötet haben. Doch treffen könnten sie sich regelmässig, etwa während der UNO-Vollversammlungen – zumindest in der Theorie. Tatsächlich haben die USA Aussenminister Sarif das Visum für die UNO-Sitzung von dieser Woche verweigert.

Bisher scheiterten jegliche Bemühungen von Dritten, Gespräche einzufädeln, weil die Iraner eine Vorleistung der Amerikaner forderten. Derzeit gibt es keine Anzeichen, dass sie davon abrücken oder die USA einwilligen könnten. Es ist darum gut möglich, dass Trump und Sarif einander in Davos aus dem Weg gehen – die Stadt ist klein, aber gross genug dafür.

Muss die Schweiz wegen des prominenten Besuchs am WEF die Sicherheitsvorkehrungen verschärfen?

Die Kantonspolizei Graubünden, die für die Sicherheit verantwortlich ist, passt die Vorkehrungen immer der Lage am WEF an. Einzelheiten gibt sie nicht bekannt, doch betont sie, jederzeit gegen alle möglichen Risiken gewappnet zu sein und alle Gäste schützen zu können. Trump nimmt ohnehin eigene Leibwächter auf seine Reisen mit, dasselbe wird der iranische Aussenminister tun. Die Anreise der hohen Gäste kann zeitlich begrenzt zu zusätzlichen Luftraum- oder Strassensperrungen führen. Der Besuch Trumps 2018 verlief aber reibungslos.

Wird Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga Trump treffen?

Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga wird wie alle anderen Bundesräte am WEF teilnehmen. Über das Programm halten sie sich alle aber noch bedeckt: In Davos werden Termine oft sehr kurzfristig vereinbart oder geändert. Ist Sommaruga gleichzeitig am WEF wie Trump, kommt es sicherlich zumindest zu einem Händedruck. Die Bundespräsidentin dürfte ihm ohnehin schon bald am G-20-Gipfel in Saudiarabien wieder begegnen. Auch für ein längeres Treffen hätten die Schweiz und die USA genug Gesprächsthemen: Aus US-Sicht am bedeutendsten sind die Guten Dienste der Schweiz als diplomatischer Briefträger zum Erzfeind Iran. Der Bundesrat wiederum dürfte versuchen, die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen mit den USA voranzutreiben. Für die Schweiz ist es sicherlich eine gute Nachricht, dass Trump Interesse am WEF zeigt. Er war 2018 angereist, als erster US-Präsident in offizieller Funktion nach 18 Jahren Pause.

Wo wird Trump übernachten?

Der US-Präsident bezieht eine spezielle Suite im Hotel Intercontinental über dem Davosersee. Bei seinem eintägigen Aufenthalt am WEF 2018 gab Trump über fünf Millionen Franken aus. Sein Tross bestand aus sechs Flugzeugen. Vom Flughafen Kloten oder einer US-Basis in Deutschland fliegt er mit dem Helikopter weiter. Reist er allenfalls mit dem Auto an, besteht der Konvoi aus 30 Wagen und 15 Motorrädern mit US-Einheiten und Schweizer Polizisten.

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