WEF in Davos lädt Nordkorea aus

Der angebliche Wassserstoffbomben-Test Pyongyangs hat Folgen für das Treffen in den Schweizer Alpen.

Ein Besuch aus Nordkorea ist ihm momentan nicht mehr genehm: WEF-Gründer Klaus Schwab (hier an der Pressekonferenz am 13. Januar in Genf).

Ein Besuch aus Nordkorea ist ihm momentan nicht mehr genehm: WEF-Gründer Klaus Schwab (hier an der Pressekonferenz am 13. Januar in Genf). Bild: Keystone

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Nach dem Atomtest Nordkoreas hat das Weltwirtschaftsforum in Davos die Einladung an das kommunistische Land widerrufen. Diese sei im Herbst angesichts positiver Zeichen ausgesprochen worden, die das Land ausgesendet habe, teilten die Organisatoren des Gipfels am Mittwoch mit. Nach dem Atomtest von vergangener Woche allerdings würde die Delegation aus Pyongyang mit dem Thema der bestehenden und möglicher neuer Sanktionen konfrontiert, hiess es.

Eine Delegation sei willkommen, wenn Nordkorea als verantwortungsvolles und verantwortliches Mitglied der internationalen Gemeinschaft handle. Nordkorea hatte seinerzeit die Einladung angenommen.

Anfangs Jahr hiess es, Nordkorea schicke erstmals seit 18 Jahren einen Vertreter zum WEF in Davos. Aussenminister Ri Su Yong werde an dem Treffen im Januar teilnehmen, so Nordkoreas Vertreter bei Uno in Genf, So Se Pyong.

Nur zwei G7-Regierungschefs in Davos

Das WEF wird in diesem Jahr etwas weniger prominent besetzt sein als die Ausgaben der letzten Jahre. Von den G7-Staaten entsenden kommende Woche einzig Grossbritannien und Kanada ihre Regierungsschefs nach Davos.

Zu den grossen Abwesenden zählen etwa die deutsche Kanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident François Hollande und Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi, wie aus der Liste bestätigter Teilnehmer hervorgeht, die das WEF am Mittwoch in Cologny GE veröffentlichte. Auch die Staatschef von China, Russland und Japan werden in Davos abwesend sein.

Dass US-Präsident Barack Obama kommende Woche nicht in die Schweiz reisen würde, war erwartet worden. Dennoch werden die USA eine hochrangige Delegation nach Davos schicken: Bereits bestätigt ist Aussenminister John Kerry, zudem dürfte nach Angaben der US-Botschaft in Bern auch Vizepräsident Joe Biden zugegen sein.

Trotz der vielen Abwesenden werden noch immer Staats- und Regierungschefs aus mehr als 40 Ländern mit von der Partie sein. Neben dem britische Premierminister David Cameron und Kanadas Regierungschef Justin Trudeau wird auch der Bundesrat in corpore nach Davos reisen.

«Vierte industrielle Revolution»

Die 46. WEF-Jahrestagung widmet sich der «Bewältigung der vierten industriellen Revolution». Darunter versteht das WEF die rasant fortschreitende technologische Entwicklung des Internets, leistungsfähiger Sensoren, künstlicher Intelligenz und des maschinellen Lernens .

«Die vierte industrielle Revolution kam über uns, wie ein Tsunami, und sie kann ganze Existenzen verändern», sagte WEF-Gründer Klaus Schwab vor den Medien in Cologny. Aus diesem Grund wird die IT-Branche an den Panels in Davos stark vertreten, unter anderem Firmen wie Google, Facebook oder Alibaba. Auch das Thema Cyberkriminaltität spielt eine wichtige Rolle, die für die Wirtschaft ein grosse Gefahr darstellt. (cpm/AFP/sda)

Erstellt: 13.01.2016, 12:15 Uhr

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