Zum Hauptinhalt springen

Heer zieht sich überraschend zurück, Aeschi gewinnt

Der Zuger Nationalrat Thomas Aeschi tritt die Nachfolge von Adrian Amstutz als SVP-Fraktionschef an. Alfred Heer hat seine Kandidatur zuvor überraschend zurückgezogen.

Gab nach seiner Wahl Auskunft: SVP-Fraktionspräsident Thomas Aeschi. (Video: Tamedia/SDA)

Die Bundeshausfraktion der SVP hat den Zuger Nationalrat Thomas Aeschi zu ihrem neuen Präsidenten gewählt. Alfred Heer hat seine Kandidatur für das Fraktionspräsidium kurz zuvor überraschend zurück gezogen. Sein Rückzug erfolgte während der Sitzung, in der der neue Fraktionschef gewählt wird, wie der «Tages-Anzeiger» aus zwei voneinander unabhängigen Quellen erfahren hat.

Laut den Quellen hat Heer seinen Rückzug vor der Fraktion damit begründet, dass er zu seiner Kandidatur gedrängt worden sei. Er habe jedoch mit Aeschi vereinbart, ihm nicht in den Rücken zu fallen. Heer hatte seine Kandidatur am 31. Oktober nur wenige Stunden vor Ablauf der parteiinternen Meldefrist bekannt gegeben. Zuvor hatte er laut eigenen Angaben mit Aeschi vereinbart, dass er lediglich als Vizepräsident der Fraktion kandidieren werde. Ebenso überraschend wie die damalige Anmeldung von Heers Kandidatur kommt nun sein Rückzug.

Überlässt das Feld den anderen: Alfred Heer will nicht mehr Chef der SVP-Fraktion werden. Bild: Keystone / Dominic Steinmann
Überlässt das Feld den anderen: Alfred Heer will nicht mehr Chef der SVP-Fraktion werden. Bild: Keystone / Dominic Steinmann

Der neue Fraktionschef Aeschi sitzt seit 2011 im Nationalrat. Ins nationale Rampenlicht getreten war er bereits 2015, als er erfolglos für die Nachfolge von Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf kandidierte. Ein Grund für das Scheitern soll seine Nähe zum SVP-Chefstrategen Christoph Blocher gewesen sein.

Aeschi ist Ökonom und arbeitet als Unternehmensberater in Zürich. Im Nationalrat ist er Mitglied der Kommission für Wirtschaft und Abgaben (WAK) und der Finanzkommission (FK). Er meldet sich aber auch in der Migrationspolitik zu Wort. Aeschi gilt als diszipliniert und gut organisiert, was ihm als Chef der grössten Bundeshausfraktion zu Gute kommen dürfte.

Der Zuger musste sich bei der Wahl am Freitag lediglich gegen den als Aussenseiter angetretenen Werner Salzmann (BE) durchsetzen. Denn Mitfavorit Alfred Heer (ZH) hatte kurz vor der Wahl überraschend seine Kandidatur zurückgezogen. Heer ist seit 2007 im Nationalrat. Er ist Präsident der Geschäftsprüfungskommission und Präsident der Delegation beim Europarat. Zuvor hatte er jahrelang der Zürcher Kantonalpartei vorgestanden.

Kämpfer gegen ein schärferes Waffenrecht

Auch Salzmann ist Präsident seiner Kantonalpartei. Im Nationalrat sitzt er seit 2015. Einen Namen gemacht hat sich Salzmann als Sicherheitspolitiker und als Kämpfer gegen ein schärferes Waffenrecht.

Aufgabe des neuen SVP-Fraktionschefs ist es, für die Geschlossenheit der Fraktion zu sorgen. Diese umfasst 74 Mitglieder, wovon zwei der Lega dei Ticinesi, eines dem Mouvement citoyens genevois und eines keiner Partei angehört. Zudem ist der Fraktionschef für den Austausch und die Koordination mit den übrigen Fraktionen verantwortlich. Von Amtes wegen nimmt Aeschi Einsitz im Büro des Nationalrats. Auch die FDP wählt am Freitagnachmittag einen neuen Fraktionschef. Einziger Kandidat für die Nachfolge von Ignazio Cassis ist der Zürcher Nationalrat Beat Walti.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch