Weihbischof wettert gegen die Medien

Marian­ ­Eleganti geisselt «das Gespenst des digitalen Mobs» und nimmt den in die Kritik geratenen Vitus Huonder in Schutz.

«Flächendeckender Shitstorm»: Weihbischof Marian Eleganti stellt sich hinter Bischof Vitus Huonder und wettert gegen die Medien.

«Flächendeckender Shitstorm»: Weihbischof Marian Eleganti stellt sich hinter Bischof Vitus Huonder und wettert gegen die Medien. Bild: Gaëtan Bally/Keystone

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Weihbischof Marian Eleganti hatte sich als Leiter des Churer Priesterseminars mit Vitus Huonder gründlich zerstritten und floh vor einem Jahr ins Exil nach Dietikon ZH. Trotzdem stellt er sich hinter Bischof Huonder, auch jetzt wieder nach dessen Vortrag in Fulda, der noch immer hohe Wellen wirft.

«Was mich entsetzt», schreibt Eleganti in einem Communiqué vom Mittwoch, «ist der flächendeckende Shitstorm, der seine Energie schlichtweg aus einer Verkennung der Sachlage aufgebaut hat.» Als ob Huonder allen Ernstes die Todesstrafe für homosexuelle Akte gutgeheissen oder neu gefordert habe. Hätte er das getan, müsste man an seinem Verstand zweifeln, so Eleganti.

«Medialer Tsunami»

Tatsächlich hatte der Churer Bischof in dem Vortrag erklärt, dass die Stellen im Buch Levitikus, welche die ­Todesstrafe für praktizierende Homosexuelle fordern, genügten, «um der Frage der Homosexualität aus der Sicht des Glaubens die rechte Wende zu geben».

Eleganti indessen sieht sich verpflichtet, dem «medialen Tsu­nami» entgegenzuhalten. Kaum einer wolle mehr den Andersdenkenden verstehen oder gar würdigen: «Das Gespenst des digitalen Mobs geht um und macht jede Differenzierung und jede echte Auseinandersetzung nieder. Und die Medien dienen diesem Mob zu, indem sie jede Sachgerechtigkeit vermissen lassen.»

Seine Medienschelte gipfelt in der Forderung, endlich einmal «über die Verantwortung dieser Art der Berichterstattung, die nur noch an niedere Instinkte und einfache Vorurteile appelliert», nachzudenken.

Bischöfe folgten Eleganti

Angesichts der latenten Gewaltpotenziale in unserer Gesellschaft hätten nicht nur Bischöfe und Politiker die Wirkung ihrer Worte im öffentlichen Raum zu verantworten, sondern auch die Medien.

Der Weihbischof hatte erst im März die Schweizer Bischöfe öffentlich dazu aufgefordert, Huon­der zu folgen und das Verbot der Segnung von homosexuellen Paaren zu bekräftigen. Was diese dann auch taten. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 19.08.2015, 21:20 Uhr

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