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«Geärgert? Ich kann mich nicht erinnern»

Beurteilt die No-Billag-Initiative als existenzbedrohend: SRG-Präsident Jean-Michel Cina. Foto: Adrian Moser

Zuerst ein paar Fragen an Sie als Medienkonsument. Wann haben Sie sich über eine SRG-Sendung zum letzten Mal so richtig geärgert?

Ist alles immer tipptopp, was die SRG produziert?

Haben Sie ein Ritual? Welche Sendungen schauen Sie oder hören Sie täglich?

Sprechen wir über den Betrieb SRG. Welches sind Ihre Eindrücke nach drei Monaten als Präsident?

Gibt es Dinge, die Sie überraschten?

«Ein ganz kleines, hochkommerzielles Fernsehen hätte vielleicht ein winziges Potenzial.»

Ein schöner Werbespot. Aber Sie möchten doch sicher auch manches ändern oder verbessern.

Und wie wollen Sie die Jungen und die Migranten gewinnen?

Die No-Billag-Initiative dürfte Sie ebenfalls beschäftigen. Die Initiative kommt 2018 zur Abstimmung – ein heisserer Start für Sie ist fast nicht denkbar.

Die No-Billag-Initianten sagen, sie seien nicht gegen die SRG, sondern gegen die Gebührenpflicht.

Wir hätten doch sicher auch nach einem Ja zur Initiative noch Radio- und Fernsehsender.

«Ich musste die Zweitwohnungsinitiative umsetzen. Viel heisser geht es nicht mehr, glauben Sie mir.»

Im Juni 2015 hat das neue Radio- und Fernsehgesetz (RTVG) nur eine hauchdünne Mehrheit im Volk gefunden. Macht Sie das mit Blick auf «No Billag» nervös?

Der vormalige SRG-Generaldirektor Roger de Weck hat sich in der RTVG-Abstimmung stark exponiert, was viele als strategischen Fehler werten. Sie auch?

Diese Forderung kommt freilich von einer anderen Seite, von der SRG-freundlichen Linken nämlich. Unterstützen Sie die Idee?

Das Verhältnis der SRG zu den Verlegern war in den letzten Jahren schwierig. Haben Sie sich mit Verlegerpräsident Pietro Supino schon getroffen?

Die Verleger wehren sich gegen die Versuche der SRG, in das Geschäft mit der Onlinewerbung einzusteigen. Werden Sie an diesen Bestrebungen festhalten?

Die Grünen fordern in einem Positionspapier ein Werbeverbot für die SRG. Was würde der Wegfall der Werbeeinnahmen bedeuten?

Bald kommt ein neues Mediengesetz, das solche Fragen regeln wird. Was sind Ihre Erwartungen?

Man könnte bösartig vermuten: Sie planen die Expansion, halten sich aber aus strategischen Gründen bis nach der Abstimmung zurück.

Werfen wir trotzdem einen Blick in die langfristige Zukunft. Wo steht die SRG in zehn Jahren? Gibt es ihre Programme nur noch im Internet?

Sie waren Fraktionschef der CVP im Bundeshaus, danach Walliser Staatsrat, jetzt SRG-Präsident. Welches war das schwierigste Amt?

Was hat die KdK besonders anspruchsvoll gemacht?

Vermissen Sie das Wallis?

Ein Programm, das Sie geärgert hat, wollten Sie nicht nennen. Können Sie uns abschliessend dafür sagen, welche SRG-Sendung Ihnen ganz besonders Freude bereitet?