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Weshalb das Raserurteil zu hoch ist

Für die Volksseele ist klar: Die Raser von Schönenwerd hätten weit höhere Strafen verdient. Strafrechtler David Gibor widerspricht. In fünf Punkten legt er dar, weshalb aus juristischer Sicht das Gegenteil der Fall ist.

Erstinstanzliche Strafe von fünf Jahren und acht Monaten Gefängnis: Nekti T. (hinten im Auto) nach der Urteilseröffnung am Amtsgericht Olten-Gösgen im Oktober 2010.
Erstinstanzliche Strafe von fünf Jahren und acht Monaten Gefängnis: Nekti T. (hinten im Auto) nach der Urteilseröffnung am Amtsgericht Olten-Gösgen im Oktober 2010.
Keystone
Pierino Orfei, der Gerichtsvorsitzende im erstinstanzlichen Prozess am Amtsgericht Olten-Gösgen.
Pierino Orfei, der Gerichtsvorsitzende im erstinstanzlichen Prozess am Amtsgericht Olten-Gösgen.
Keystone
Wegen vorsätzlicher Tötung hatte Staatsanwalt Rolf von Felten Gefängnisstrafen von bis zu acht Jahren gefordert.
Wegen vorsätzlicher Tötung hatte Staatsanwalt Rolf von Felten Gefängnisstrafen von bis zu acht Jahren gefordert.
Keystone
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1. Der Tatbestand der vorsätzlichen Tötung ist kaum haltbar. Eine Verurteilung wegen vorsätzlicher Tötung und vorsätzlicher schwerer Körperverletzung beim Rasen im Strassenverkehr ist sehr problematisch. Ich habe Zweifel, ob diese Rechtsprechung, so sehr sie rechtspolitisch zu verstehen ist, vor Bundesgericht standhielte, nachdem dieses jüngst noch ausdrücklich davor warnte, selbst bei krass rücksichtslosem Rasen voreilig auf Eventualvorsatz zu schliessen.

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