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Weshalb Schulgebühren für Gymis richtig sind

Eine Schulgebühr – wie sie Luzern jetzt sogar erhöhen will – kann dazu beitragen, dass der «Gymigraben» kleiner wird.

MeinungVon Alain Zucker

Luzerns Regierung mochte die Nachricht gestern nicht offensiv kommunizieren: Etwas verschämt will sie das Schulgeld für Gymnasiasten erhöhen. Wie bitte? Gymnasiasten, die für die Schule bezahlen müssen? Als Zürcher reibt man sich verwundert die Augen, denn davon hat man noch nie gehört. In den meisten Kantonen ist die Schule bis zur Matura unentgeltlich. Bildung, so der Grundgedanke, muss aus ­Gründen der Chancengleichheit allen Schichten zugänglich sein.

Stimmt – und doch haben die Luzerner ganz unabhängig von ihrer Spardiskussion recht, von ihren Gymnasiasten ab dem 10. Schuljahr ein Schulgeld zu verlangen. Denn wer je ein Gymnasium von innen gesehen oder ein Kind auf ein solches geschickt hat, weiss, dass es mit der Chancengleichheit an Mittelschulen wirklich nicht zum Besten steht. Aber auch neben solcher anekdotischen Evidenz hat eine Auswertung des TA für den Kanton Zürich gezeigt, dass ein eigentlicher «Gymigraben» existiert: zwischen Gemeinden, die den gut gebildeten oberen Mittelstand und Reiche anziehen, und jenen, wo die Einkommen und der Bildungsstand tief sind. Die Unterschiede sind gewaltig: In der teuren Seegemeinde Zollikon etwa absolvieren 44 Prozent der Schüler und Schülerinnen die Matura, im günstigen Höri in den Nähe des Flughafens sind es noch 4 Prozent.

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