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Widmer-Schlumpf ist «abgestürzt»

In ihrer heutigen Ausgabe schreibt die «Süddeutsche Zeitung», für Bundesrätin Widmer-Schlumpf sei das Scheitern des Steuerabkommens mit Deutschland doppelt ärgerlich. Ihr Stern scheine zu verblassen.

Ihre «schnippischen Kommentare» werden bemängelt: Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf.
Ihre «schnippischen Kommentare» werden bemängelt: Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf.
Keystone

«Abgestürzt», titelt heute die «Süddeutsche Zeitung» einen Artikel über Eveline Widmer-Schlumpf (Artikel online nicht verfügbar). Es sei für die Bundespräsidentin ein harter Schlag gewesen, dass der Vermittlungsausschuss des Deutschen Bundestages ihr «Lieblingsprojekt», das Steuerabkommen, am Mittwochabend bachab geschickt habe. Denn Niederlagen seien für die Juristin eine eher neue Erfahrung, meint die Zeitung.

«Ihre Karriere verlief jahrelang steil und stetig», schreibt der Autor des Artikels weiter. Doch seit der Wahl zur Bundespräsidentin scheine «ihr Stern zu verblassen», analysiert er. Zu diesem Schluss kommt er, weil derzeit bekanntlich nicht nur mit Deutschland Differenzen zu Vermögen auf Schweizer Konten bestehen. «Widmer-Schlumpfs schnippische Kommentare (keine Neuverhandlungen, keine Amtshilfe, wenn die Daten gestohlen wurden) konnten nicht verschleiern, dass die Ablehnung des Steuerdeals besonders bitter für sie war», so der Autor. Auch die Probleme mit Frankreich liessen sich nicht vertuschen, meint er. «Als sie jüngst (...) mit ihrem Amtskollegen François Hollande vor die Presse trat, sprach ihr Gesicht Bände», findet er. Das Abkommen mit den USA sei für Widmer-Schlumpf zwar ebenfalls eine Schlappe gewesen, aber «immerhin gibt es ein Abkommen mit Washington», fügt er an.

«Nur der Bundespräsident erlebt den einen oder anderen Glanzpunkt»

Doch immerhin habe Eveline Widmer-Schlumpf einen Höhepunkt in ihrem Jahr als Bundespräsidentin erleben dürfen: eine Audienz bei der Queen während der Olympischen Sommerspiele in London. «Für Widmer-Schlumpf dürfte es einer der wenigen erfreulichen Momente gewesen sein», schreibt er.

Denn ansonsten scheint der Autor zu glauben, dass das Leben als Schweizer Bundesrat nicht allzu rosig ist. «Über die Schweizer Politik kann man gewiss vieles sagen, aber bestimmt nicht, dass sie glamourös sei», findet er. Denn das Volk und die Verfassung zwängen nicht nur National- und Ständeräten, sondern auch Bundesräten Bescheidenheit auf. «Nur der Bundespräsident erlebt den einen oder anderen Glanzpunkt: ein Treffen mit Barack Obama etwa oder einen Staatsbesuch in einem fernen Land», spottet er.

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