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Wieder bei null anfangen

Durch den Systemwechsel beim Pisa-Test sind Vergleiche mit früheren Ergebnissen nicht mehr möglich.

Der Pisa-Test gibt wichtige Hinweise darauf, was in unserem Bildungswesen funktioniert und wo es Verbesserungen braucht. Das zeigte sich deutlich bei der ersten Pisa-Studie 2000: Als die Schweizer 15-Jährigen beim Lesen überraschend schlecht abschnitten, reagierte man sofort und mit diversen Massnahmen: Im Kindergarten wurde vermehrt Hochdeutsch gesprochen, ganze Klassen besuchten regelmässig Bibliotheken. Diese feinen Anpassungen sollten die Leseförderung ankurbeln, und sie wirkten: In allen folgenden Pisa-Tests hatte sich die Lesekompetenz seither konstant verbessert.

Dass jetzt Bildungsdirektoren, Bildungsforscher und Lehrerverbände den aktuellen Pisa-Test unisono als unbrauchbar, weil nicht interpretierbar beurteilen, liegt weniger daran, dass sie die neue Methode an sich kritisieren würden. Sondern daran, dass unklar ist, wie stark die neue Methode die Testresultate beeinflusst und allenfalls verzerrt. Zwar können die aktuellen Ergebnisse der Schweiz noch immer mit jenen der anderen Länder verglichen werden; noch immer ist es möglich, sich in einem internationalen Ranking zu verorten. Aber der Längsvergleich, jener Vergleich also mit den eigenen Resultaten aus früheren Jahren, ist durch den Systemwechsel nicht mehr zulässig.

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