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Wildes Wild

Unterdessen in Peseux NE: Fiese Attacke am Neuenburger Volkslauf. Das Opfer: ein Zuschauer. Der Schaden: eine kaputte Brille. Der Täter: läuft frei umher.

«Wie eine Kanonenkugel»: Ein Hirsch rannte auf die Laufstrecke und rammte einen Zuschauer von hinten. Symbolbild: Darko Bandic (Keystone)
«Wie eine Kanonenkugel»: Ein Hirsch rannte auf die Laufstrecke und rammte einen Zuschauer von hinten. Symbolbild: Darko Bandic (Keystone)

Ein Dorf wie ein Gruss aus einer heilen Welt. Angrenzend an Neuenburg, verfügt Peseux über einen hohen Anteil an Einfamilienhäusern mit kultivierten Gärten, der Dorfkern mit grossem Brunnen ist historisch, die Beiz La Boumiane Treffpunkt aller. Oben sorgt ein dichter Wald für beruhigende ­Rückendeckung, unten strahlt der See für alle in seiner Glitzerpracht.

Denkt man sich nun ein paar harmlose Jogger hinzu, kann man sich in Peseux schlicht nur Gutes und Friedliches vorstellen. Aber ausgerechnet an diesem sonnigen Jurahang muss von einer fiesen Attacke erzählt werden: hinterrücks, grundlos, mit Verletzungsfolge und Materialschaden.

Ein Dorf vibriert

Es war an einem Mittwoch im Mai. Peseux, das ruhige Wohndorf, vibrierte. Denn die BCN Tour, ein beliebter Volkslauf, machte im Dorf Halt. Elf Kilometer mussten zurückgelegt werden, es ging den Hoger hinauf, und auch die Spitzenläufer kamen da ins Schwitzen. Michel Girardet wollte sich dieses Spektakel in seiner Region nicht entgehen lassen und feuerte die Läufer am Wegesrand an.

Der Wald war ganz in der Nähe, es wurde Abend. Und genau dann, als sich die Sonne langsam dem See näherte, kam der Angriff. Ein Augenzeuge beschrieb dem Lokalblatt «arcinfo» die dramatischen Minuten. So sollen ein Hirsch und zwei Rehe plötzlich zwischen den Bäumen hervorgeprescht sein, «wie eine Kanonenkugel». Der Hirsch, wohl vom Lärm aufgeschreckt, sei direkt auf die Laufstrecke gerannt und habe einen Zuschauer von hinten gerammt.

Es war Michel Girardet. Laut dessen Aussagen fiel er dann auf die Laufstrecke, wo ihm mehrere Läufer, die in dieser Sekunde die Stelle passiert hatten, nur mit Mühe ausweichen konnten. Kein atmungsaktiver Laufschuh hatte Girardet getroffen, aber die Brille des Angegriffenen wurde zertreten. Irreparabel kaputt.

Besser einen Kleiderroller

Doch der Hirschangriff verursachte nicht nur ­Materialschaden. Girardets Nase blutete. Ein Streckenposten riet ihm gar, die Ambulanz zu rufen. Der tapfere Lauffan wollte davon aber nichts wissen. Ein Taschentuch hätte gereicht, erklärte dieser. Was der Mann auch noch hätte gebrauchen können: einer dieser klebrigen Kleiderroller. Denn der Hirsch hinterliess nicht nur einen roten Abdruck, sondern auch ganz viele Haare. «Ich war davon richtiggehend zugedeckt, und habe danach noch eine ganze Zeit lang Haare ausgespuckt.»

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