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«Bei der Kinderbetreuung ist die Schweiz ein Entwicklungsland»

Kinderarzt Remo Largo kritisiert die Schweizer Betreuungssituation – und fordert ein Umdenken in der Wirtschaft.

Für Männer müsse es endlich einfacher werden, Zeit mit der Familie zu verbringen, sagt Remo Largo. Foto: Dominique Meienberg
Für Männer müsse es endlich einfacher werden, Zeit mit der Familie zu verbringen, sagt Remo Largo. Foto: Dominique Meienberg

Ein 15-Jähriger aus Schmerikon SG lebt seit zwei Jahren auf dem Jugendschiff in der Karibik, weil er in der Schule Probleme hatte. Der zuständige Leiter der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) soll den Knaben aber nie gesehen haben. Wie kann das passieren?

Die Kesb hat sich zum Fall nicht geäussert. Dafür mag es gute Gründe geben. Dass über die Betroffenen nur verfügt, aber nicht mit ihnen gesprochen wird, bedaure ich sehr. Die Kesb wiederum rechtfertigt sich, sie habe dazu weder genügend Personal noch Zeit. Wenn ­jedoch keine Gespräche geführt werden, die gegenseitiges Vertrauen schaffen, fühlen sich die Menschen fremdbestimmt, und das Misstrauen in der Bevölkerung nimmt weiter zu.

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