Zum Hauptinhalt springen

«Wir möchten bei der UNO nicht nur zahlen, sondern entscheiden»

Aussenministerin Calmy-Rey will die Schweiz in den UNO-Sicherheitsrat führen. Die Schweiz soll beim mächtigen Gremium nicht nur zahlen, sondern auch mitreden können – und ihre Stärken einbringen.

Aussenministerin Micheline Calmy-Rey will die Präsenz der Schweiz auf multilateraler Ebene verstärken. «Ich habe die Absicht, der Gesamtregierung die Frage zu stellen, ob die Schweiz in eine paar Jahren die Mitgliedschaft im UNO-Sicherheitsrat beantragen soll», sagt sie im Interview mit der Zeitung «Der Sonntag». «Das ist wichtig.»

Die Schweiz sei ein grosser Zahler des UNO-Systems. «Wir möchten aber nicht nur zahlen, sondern auch an den Entscheiden teilhaben. Das ist der Sinn einer Schweizer Kandidatur», sagt Calmy-Rey, die derzeit die Vereinigten Arabischen Emirate und Kuwait bereist. Die aussenpolitischen Kommissionen des Parlaments hätten sich im Grundsatz bereits für die Kandidatur ausgesprochen.

«Wollen unsere diplomatische Erfahrung einbringen»

Auf die Frage, was die Schweiz einbringen könnte, meint Calmy-Rey: «Unsere diplomatische Erfahrung und unsere inhaltlichen Beiträge auf der internationalen Ebene.» Die Schweiz könne mit einem Beitritt ihr Profil stärken und sich an konstruktiven Lösungen beteiligen. Österreich mache diese Erfahrung gerade und beurteile sie durchwegs positiv.

2005 entschied der Bundesrat, die bilateralen Beziehungen mit den politisch und wirtschaftlich wichtigsten Partnern ausserhalb der EU gezielt zu vertiefen. Mit den USA, Russland und China wurden entsprechende Abkommen unterzeichnet.

«Wir spielen die Rolle des Brückenbauers»

Auf die Frage, welche Interessen solche Grossmächte denn an der Schweiz hätten, meint Calmy-Rey im «Sonntag»: «Die Schweiz ist auch für sie ein interessantes Land. Wir spielen auf internationaler Ebene die Rolle eines Brückenbauers. Wir sind neutral.»

Das erlaube es der Schweiz etwa zwischen der Türkei und Armenien die Rolle eines Mediators zu spielen. «Wir vertreten die russischen Interessen in Georgien und jene Georgiens in Russland. Wir vertreten die Interessen der USA in Iran. Das wird geschätzt», sagt die Aussenministerin.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch