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«Wir müssen die Scheuklappen für einen EU-Beitritt ablegen»

Finanzexperte Marco Curti fordert den EU- und Eurobeitritt der Schweiz. Er ist überzeugt: Das Land würde auch als Unionsmitglied in der wirtschaftlichen Champions League spielen.

«Denkverbote lösen sich auf, wenn der Leidensdruck genug gross ist»: Eine EU-Fahne weht auf dem Bundesplatz vor dem Bundeshaus.
«Denkverbote lösen sich auf, wenn der Leidensdruck genug gross ist»: Eine EU-Fahne weht auf dem Bundesplatz vor dem Bundeshaus.
Keystone

Herr Curti, Sie propagieren den EU- und den Eurobeitritt der Schweiz. Beide Forderungen sind politisch chancenlos – so sehr wie schon lange nicht mehr. Warum stellen Sie sie dennoch? Wie die Schweiz ihr Verhältnis zur Welt im Allgemeinen und zur EU im Besonderen definiert, ist heute ihre grosse Schicksalsfrage. Als international verflochtenes Land mit einem hohen Exportanteil wäre ihr natürlicher Platz in der Union. Dass eine Mehrheit der Bevölkerung einen Beitritt ablehnt, hat historische Gründe: Während einer langen Phase von 1914 bis 1989 befand sich die Schweiz im Alleingang. Nach dem EWR-Nein 1992 wurde das aussenpolitische Vakuum mit den Bilateralen Verträgen gefüllt. Dieser pragmatische Weg hat gut funktioniert. Das währungspolitische Pendant war ab 2011 der von der SNB gestützte Euromindestkurs. Doch dann gab es zwei Unfälle: die Annahme der Masseneinwanderungsinitiative (MEI) und die Aufhebung des Mindestkurses. Seither steht die Schweiz vor einem strategischen Neuanfang mit drängenden Fragen: Wohin will sie – und welches Verhältnis zur EU wünscht sie sich?

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