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«Wir werden es packen – jetzt erst recht!»

Die Bürgerlich-Demokratische Partei Graubünden ist aus der Taufe gehoben worden. Es ist die zweite Sektion nach der Berner. Mitglied ist auch Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf.

Die frühere Bündner Finanzdirektorin und heutige Justizministerin ist das prominenteste Parteimitglied an der Gründungsversammlung in Chur gewesen. Auch ihr Vater, alt Bundesrat Leon Schlumpf, der noch zu den Gründungsvätern der schweizerischen SVP gehörte, war erschienen.

Der Weg, den die BDP gehe, werde nicht leicht sein, es öffneten sich aber auch Chancen, sagte die Bundesrätin in ihrer Kurzrede vor der Versammlung. Und Widmer-Schlumpf zeigt sich zuversichtlich: «Wir werden es packen, da bin ich überzeugt: Jetzt erst recht!»

Bergbahn-Direktor erster Präsident

Erster Präsident der BDP Graubünden ist Grossrat Marcus Hasler aus Waltensburg. Der 49-jährige Bergbahn-Direktor wurde von den 120 Delegierten einstimmig gewählt. Er löst Interimspräsident Ueli Bleiker ab, der die Partei in den letzten schwierigen Monaten geführt hat.

Die BDP Graubünden ist die Nachfolgerin der nach der Wahl von Eveline Widmer-Schlumpf zur Bundesrätin aus der schweizerischen Volkspartei ausgeschlossenen SVP-Kantonalpartei. Die alte SVP zählte rund 3500 Mitglieder. Die Nachfolgepartei BDP wird nun bedrängt von der im Juni gegründeten neuen Bündner SVP.

Mandatsträger bei der BDP

Aufschlüsse über die Stärke der beiden Konkurrenzparteien dürften die Grossratswahlen von 2010 geben - jedoch nur bedingt, da es sich um Majorzwahlen handelt. Erst die Nationalratswahlen 2011 werden die Verhältnisse klären.

Fast alle Mandatsträger der früheren SVP haben sich der BDP angeschlossen, darunter die zwei Regierungsmitglieder, die Nationalräte Brigitta Gadient und Hansjörg Hassler sowie die 32-köpfige Grossratsfraktion. Einzig Ständerat Christoffel Brändli, aktueller Präsident der Kleinen Kammer, entschied sich für die neue SVP.

Morgen wird in Ennenda die Glarner BDP-Sektion gegründet. Im Herbst ist ein Zusammenschluss der drei Kantonalsektionen unter dem Dach einer schweizerischen Mutterpartei geplant. Über Fraktionsstärke im Bundeshaus verfügt die BDP allerdings noch nicht, weil ein fünftes Mitglied fehlt.

Mit der Neugründung von Kantonalsektionen ist bei der BDP vorerst Schluss: Zuerst soll die Gründung einer schweizerischen Mutterpartei vorangetrieben werden. Dafür werde ein Datum gesucht, welches allen massgeblichen BDP-Exponenten passt, sagte BDP-Nationalrat Hans Grunder gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.

Zürich hat eine BDP

Eine BDP gibt es auch im Kanton Zürich. Hans Rudolf Haegi, ehemaliger SVPler und ehemaliger EVP-Kantonsrat, hat Anfang Juni eine Partei für unzufriedene SVP-Mitglieder gegründet. Diese Partei trage inzwischen den Namen BDP, sagte Haegi auf Anfrage.

Am Mittwochabend wollte die Partei ebenfalls das weitere Vorgehen besprechen. Vorgesehen ist, dass die Zürcher BDP die Gründung der Schweizerischen BDP abwartet und im November eine Mitgliederversammlung abhält. Dann soll auch der Vorstand gewählt werden. Klingende Namen sind bei der Partei bisher nicht zu finden.

Über die Anzahl der Mitglieder gab Haegi keine Auskunft. Die Partei veröffentliche grundsätzlich keine Zahlen dazu. Es seien auch noch keine Inserate zur Mitgliederwerbung geschaltet worden.

Die Berner Partei führt derweil die Gründung von regionalen Sektionen fort. Am Mittwochabend entstand in der 38'000 Einwohner starken Gemeinde Köniz eine weitere BDP-Sektion.

SDA/bru

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