Wo Skifahren am günstigsten ist

Tagesbillett, Ausrüstung mieten, Zmittag: 17 Schweizer Skigebiete im Preisvergleich.

Im ganzen Alpenraum verteilt: Die 17 Schweizer Skigebiete des Vergleichs.


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Eine Woche Skiferien ist teuer, zu teuer für viele Schweizerinnen und Schweizer. Neben der Ausrüstung und dem Mehrtagesbillett reissen auch das Auswärtsessen sowie die Kosten für die gemietete Ferienwohnung oder das Hotelzimmer ein Loch ins Portemonnaie.

Der Trend ging in den letzten Jahren deshalb Richtung Tagesausflug: Morgens hin, tagsüber Skifahren, abends wieder zurück. Die Schweiz ist kleinräumig, in einer guten Autostunde ist in der Regel ein Skilift erreichbar. Zudem kann der Trip in die Berge spontan unternommen werden, wenn auch das Wetter mitspielt.

Teure Bündner, günstige Zentralschweizer

Und wer nur Tagesausflüge macht, der kauft oft keine Ski, sondern mietet sie – notabene zu ganz unterschiedlichen Preisen. Bis zu 68 Prozent teurer ist die Miete je nach Skigebiet, wie eine Auswertung von Selma Finance zeigt. Der digitale Vermögensverwalter hat mithilfe öffentlicher Quellen, offizieller Websites und durch telefonische Erhebung die Kosten für einen kompletten Tag in 17 Schweizer Skigebieten berechnet. Dazu gehören die Tageskarte für einen Erwachsenen, das Mieten einer Skiausrüstung (Ski, Stöcke und Schuhe), eine Ovomaltine zum Aufwärmen, ein Mittagessen (Schnitzel mit Pommes frites) und ein Halbliter Bier beim Après-Ski.

Mit Abstand am meisten zahlt man dafür in Engadin/St. Moritz und Corvatsch/Furtschellas. Nirgends sind Skiverleih und Ticket teurer – die Kategorien, die sich am meisten auf den Gesamtpreis auswirken. Auf Platz drei folgt mit Arosa/Lenzerheide eine weitere Bündner Skiregion.

Das günstigste unter den bewerteten Skigebieten befindet sich im ländlichen Schwyz: Auf dem Stoos im Muotatal kostet das gleiche Angebot 60 Franken oder ein Drittel weniger. Auch das Zentralschweizer Gebiet Hoch-Ybrig gehört zu den kleinen des Vergleichs. Überraschend preiswert ist die Region Portes du Soleil an der französisch-schweizerischen Grenze, zu der zwölf Orte und 196 Bergbahnen gehören.

Les Portes du Soleil haben den günstigsten Skiverleih und einen vergleichsweise preiswerten Skipass. Der Zmittag und das Bier sind hingegen kostspielig. Stoos-Muotatal punktet mit dem billigsten aller Tickets. Für 50 Franken kann man dort einen Tag auf der Skipiste verbringen.

Doch wie viel erhält der Tagestourist überhaupt für sein Geld? Wir haben die Ticketpreise ins Verhältnis zur Grösse der Skigebiete gesetzt. So ist Stoos-Muotatal zwar am günstigsten, verfügt aber nur über acht Lifte und 35 Kilometer Piste. Der Pistenkilometer kostet umgerechnet über 3.60 Franken – mehr als irgendwo sonst.

Die Corviglia in St. Moritz ist in allen Kategorien am teuersten. Mit 23 Lift- und Sesselanlagen sowie gesamthaft 163 Kilometern Piste bietet sie aber auch viel. Hier zahlt man nur 1.15 Franken pro Kilometer. Mit Abstand am meisten bekommt man gemäss dieser Berechnung im riesigen Gebiet Portes du Soleil mit 650 Pistenkilometern für nur 60 Franken.

Inzwischen haben mehrere Schweizer Skigebiete dynamische Preise eingeführt. Flumserberg und Zermatt beispielsweise bieten eine «Stundenkarte» an, für die es je nach Rückgabezeitpunkt eine Teilrückerstattung gibt. Blatten-Belalp (Wallis) und Pizol haben wetterabhängige Tageskartenpreise. Und in Arosa/Lenzerheide gibt es den «First Minute Deal»: Je früher man sein Skibillett über den Webshop kauft, desto günstiger ist es.

Andermatt-Sedrun setzt auf flexible Preise, die sich an der Nachfrage orientieren. Wenn wenig Wintersportler auf der Piste sind, ist die Tageskarte günstig. Bei schönem Wetter oder an Wochenenden, wenn der Ansturm gross ist, steigen die Preise.

Auf diese Weise versuchen die Skigebiete die sinkenden Besucherzahlen der letzten Jahre aufzuhalten. Den Bedingungen angepasste Preise sollen zu einer besseren Auslastung beitragen. Und in dieser Saison scheint die Rechnung bis jetzt aufzugehen.

Optimistische Stimmung

Eine Umfrage von SRF hat gezeigt, dass die Stimmung in den Skiorten derzeit gut ist. Anders als in den vergangenen Jahren fiel diese Saison genug Schnee für gute Pistenverhältnisse. Und wegen des erstarkten Euros verbringen auch wieder mehr europäische Gäste Winterferien in der Schweiz.

Zudem zieht es wohl weniger Schweizerinnen und Schweizer ins benachbarte Ausland, besonders nach Österreich. Denn gerade im Vorarlbergischen haben sich die Preise für Skipässe teils kräftig erhöht. Ein Vergleich der Ticketpreise zeigte kürzlich sogar, dass Skifahren in der Schweiz inzwischen teilweise billiger ist als in Österreich.


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(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 28.12.2017, 10:32 Uhr

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