IZRS suspendiert Schweizer Bombenbauer

Ein IS-Sympathisant hat in seiner Wohnung Material zum Bau einer Phosphorbombe gelagert. Die Bundesanwaltschaft ermittelt und auch der Islamische Zentralrat reagiert.

Der Suspendierte muss sich dem IZRS-Vorstand erklären: Nicolas Blancho (IZRS-Präsident) und Naim Cherni (Generalsekretär). (Archiv)

Der Suspendierte muss sich dem IZRS-Vorstand erklären: Nicolas Blancho (IZRS-Präsident) und Naim Cherni (Generalsekretär). (Archiv) Bild: Peter Klaunzer/Keystone

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Nachdem ein bekennender Islamist aus Arlesheim BL auf Facebook die Anschläge in Paris im November 2015 gutgeheissen hatte, wurde die Bundesanwaltschaft auf den Mann aufmerksam. Bei einer Hausdurchsuchung stellte ein Einsatzkommando nebst verschiedenen Datenträgern auch Chemikalien sicher, wie der 31-jährige Konvertit den «Blick» wissen liess.

Dabei soll es sich um rund 800 Gramm roten Phosphor handeln. Sein Interesse an dem hoch brennbaren Material «sei rein wissenschaftlicher Natur» und durch einen Film über den Palästina-Konflikt geweckt worden, schreibt die Zeitung. Besorgt hätte er sich den Stoff legal via Internet.

Gegen den Mann, der sich unterdessen nach eigenen Angaben vom IS abgewandt haben will, läuft gemäss «Blick» ein Strafverfahren wegen Verstosses gegen das Bundesgesetz über das Verbot der Gruppierungen al-Qaida und Islamischer Staat. Auch die Beschlagnahmung der Chemikalien sei Bestand des Verfahrens.

IZRS reagiert

Der Arlesheimer gilt als Gründungsmitglied des radikalen Islamischen Zentralrates IZRS. Wie die fundamentalistische Gruppierung auf ihrer Homepage mitteilt, hat der Vorstand den 31-Jährigen aufgrund «dessen exotischen Hobbys» bis auf weiteres suspendiert. Der Rat wolle sich damit von der Haltung und den Aktivitäten seines Mitgliedes abgrenzen.

Der Suspendierte habe die Möglichkeit, sich an der nächsten ordentlichen Generalversammlung zu erklären. Danach werde über einen endgültigen Ausschluss entschieden, schreibt der IZRS weiter. (nag)

Erstellt: 04.08.2016, 08:25 Uhr

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